Saarland hält an Bewerbung um KI-Sicherheitsinstitut fest

Bundesregierung startet AISI Deutschland zunächst mit Analyseeinheit in Berlin – Standortfrage für zweite Ausbauphase offen

Aktuelles aus der Saar-Wirtschaft

Die Bundesregierung baut das neue KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland zunächst mit einer politischen Analyseeinheit in Berlin auf. Das Saarland hält sein Angebot als Institutsstandort für eine spätere Ausbauphase aufrecht.

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Die Bundesregierung hat entschieden, das neue KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland in einer ersten Phase mit einer politischen Analyseeinheit in Berlin aufzubauen. Nach Angaben des saarländischen Wirtschaftsministeriums bilden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur dafür zunächst einen virtuellen Nukleus in der Hauptstadt.

In einer zweiten Phase soll das Institut thematisch und kapazitär weiter ausgebaut werden. Wie und wo diese zweite Phase konkret ausgestaltet wird, ist laut Mitteilung bislang offen. Das Saarland hält sein Angebot an die Bundesregierung, als Standort für das AISI zu fungieren, deshalb aufrecht.

Saarland wirbt seit Frühjahr 2026 für Saarbrücken

Das Saarland hat sich nach eigenen Angaben seit dem Frühjahr 2026 auf politischer wie fachlicher Ebene für Saarbrücken als Standort des KI-Sicherheitsinstituts eingesetzt. Wirtschaftsminister Jürgen Barke äußerte sich zu der Entscheidung der Bundesregierung:

„Wir hätten uns eine klare Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt für das gesamte KI-Sicherheitsinstitut gewünscht, die sich streng nach fachlichen Argumenten richtet. Wir werden aber auch für die vom Bund in Aussicht gestellte zweite Phase die Chance für Saarbrücken nutzen.“

Barke erklärte weiter, die sachlichen Argumente für Saarbrücken und die Stärke des dortigen Forschungsstandortes würden auch auf Bundesebene und durch die federführenden Behörden positiv bewertet. Man setze auf die weiteren Gespräche mit dem Bund.

Schreiben an Bundesminister und Unterstützungsangebot

Ende Juni 2026, unmittelbar nach einem Beschluss des Nationalen Sicherheitsrates, hatte Barke laut Mitteilung in einem Schreiben an Bundesminister Karsten Wildberger für Saarbrücken als Standort geworben. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bekräftigte das Engagement der Landesregierung demnach mit einem Schreiben am 6. August an die Bundesminister Alexander Dobrindt und Karsten Wildberger und bot zugleich eine finanzielle Unterstützung des Landes beim Aufbau des Instituts an.

Als Beispiel wird in der Mitteilung die Ansiedlung des BSI-Standortes im Saarland im Jahr 2021 genannt: Analog dazu könnte das Land die Mietkosten für benötigte Räumlichkeiten in der Startphase übernehmen. Die im Saarland ansässigen Forschungsinstitute hätten zudem Mitte August gegenüber den beteiligten Bundesministerien gemeinsam die wissenschaftlichen Voraussetzungen Saarbrückens hervorgehoben.

Barke verweist auf Forschungslandschaft

Barke äußerte sich laut Mitteilung wie folgt

„Wir haben von Beginn an und gemeinsam mit unseren Forschungseinrichtungen deutlich gemacht: Das Saarland steht bereit. Daran hat sich mit der Entscheidung für die erste Phase nichts geändert. Im Gegenteil: Bei der Finalisierung des Konzeptes sollte der Bund jetzt konsequent darauf setzen, wo wissenschaftliche Expertise, Forschungsinfrastruktur, internationale Vernetzung und ein exzellentes Umfeld für hochqualifizierte Fachkräfte bereits vorhanden sind. Wir sind überzeugt, dass Saarbrücken dafür beste Voraussetzungen bietet und setzen darauf, dass diese Stärken in der nächsten Phase zum Tragen kommen.“

Nach Angaben des Ministeriums verfügt das Saarland über mehrere Forschungseinrichtungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Informatik und Cybersicherheit. Dazu zählen:

  • das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
  • das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit
  • die Universität des Saarlandes
  • die Max-Planck-Institute für Informatik und für Softwaresysteme

Das BSI unterhalte bereits einen Standort auf dem Saarbrücker Campus mit Kompetenzen im Bereich KI-Sicherheit, heißt es in der Mitteilung. Hinzu komme die Lage des Saarlandes in der Großregion, mit bestehenden Kooperationen der saarländischen Forschung mit französischen und weiteren europäischen Partnern.

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