Lehrkräfte und Schulleitungen der 14 saarländischen Schulen der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ (LemaS) haben sich in Saarbrücken zu einer Netzwerktagung getroffen. Die Veranstaltung unter dem Titel „Potenziale entfalten – mentale Gesundheit stärken“ fand im Saarrondo statt. Nach Angaben des Veranstalters standen die Fragen im Mittelpunkt, wie Schulen individuelle Stärken und Begabungen von Kindern und Jugendlichen erkennen und fördern können und welche Rolle die mentale Gesundheit dabei spielt.
Die Teilnehmenden kamen gemeinsam mit dem Bildungscampus Saarland, der Karg-Stiftung und weiteren Netzwerkpartnern zusammen. Sie wollten Erfahrungen austauschen und Perspektiven für die Weiterentwicklung der Begabungsförderung diskutieren.
Schulen präsentieren Ergebnisse
Nach Angaben aus der Mitteilung haben die 14 teilnehmenden Schulen im Saarland neue Lernkonzepte erprobt und Ansätze entwickelt, um Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern. Auf einem gemeinsamen Marktplatz stellten sie ihre bisherigen Ergebnisse vor und zeigten anhand von Praxisbeispielen, wie Begabungsförderung im Unterricht aussehen kann.
Schwerpunkt mentale Gesundheit
Ein Schwerpunkt lag auf dem Zusammenhang zwischen Potenzialentfaltung und mentaler Gesundheit. Laut Mitteilung setzt erfolgreiches Lernen voraus, dass sich Kinder und Jugendliche sicher, angenommen und wertgeschätzt fühlen. Auch Lehrkräfte brauchen demnach gute Bedingungen, um Schülerinnen und Schüler individuell zu begleiten.
In Fachvorträgen und gemeinsamen Arbeitsphasen befassten sich die Teilnehmenden mit:
- Chancengerechtigkeit in der Begabungsförderung
- dem Abbau von Barrieren
- dem Umgang mit Stress und zunehmender Komplexität
Ministerin: Förderung und Gesundheit gehören zusammen
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sagte
„Jedes Kind bringt eigene Stärken, Talente und Fähigkeiten mit. Unsere Aufgabe ist es, diese Potenziale zu erkennen und allen Kindern die Chance zu geben, sie bestmöglich zu entfalten – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Sprache oder ihren individuellen Voraussetzungen. Die heutige Netzwerktagung zeigt, wie viel unsere Schulen in den vergangenen Jahren bereits erreicht haben und wie wichtig es ist, erfolgreiche Konzepte miteinander zu teilen und weiterzuentwickeln. Dabei gehören für mich Bildungsgerechtigkeit, individuelle Förderung und mentale Gesundheit untrennbar zusammen. Denn Kinder und Jugendliche können ihre Fähigkeiten besonders dann entfalten, wenn sie sich wohlfühlen, Vertrauen in sich selbst entwickeln und die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.“
Ausblick auf die Zeit nach 2027
Die Bund-Länder-Kooperation endet im Jahr 2027. Laut Mitteilung sollen die Erkenntnisse und Ansätze der 14 LemaS-Schulen langfristig gesichert und schrittweise für alle Bildungseinrichtungen des Landes nutzbar gemacht werden. Eine zentrale Rolle soll der Bildungscampus Saarland mit seiner Beratungsstelle (Hoch-)Begabung übernehmen. Diese verfügt nach Angaben der Mitteilung über langjährige Erfahrung in der Begabungs- und Begabtenförderung.
Dr. Anika Limburg, Direktorin des Bildungscampus Saarland, sagte:
„Die Begabungen und Talente aller Kinder bestmöglich zu fördern – dabei unterstützen und begleiten wir als Bildungscampus Saarland alle, die Schule tagtäglich gestalten. Statistisch gelten etwa zwei Prozent aller Kinder als hochbegabt, rund 15 Prozent als überdurchschnittlich begabt. Das sind im Saarland weit mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler. Damit sich ihre Potenziale entfalten können, brauchen sie Lehrkräfte, die besondere Begabungen erkennen, gezielt fördern und an sie glauben. Wir freuen uns sehr, bei dieser wichtigen Aufgabe auf die Expertise und Tatkraft der Karg-Stiftung zählen zu können, die sich bundesweit für die Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher starkmacht.“
Karg-Stiftung als Partner
Die Karg-Stiftung setzt sich nach eigenen Angaben bundesweit für die Förderung besonders begabter und hochbegabter Kinder und Jugendlicher ein. Sie ist laut Mitteilung seit vielen Jahren Partner im Saarland. Gemeinsam seien bestehende Strukturen weiterentwickelt und Erfahrungen für die schulische Praxis gesammelt worden.
Dr. Ingmar Ahl, Vorstand Zweckerfüllung der Karg-Stiftung, sagte:
„Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, was die Förderung seiner individuellen Begabungen bedeutet und auch hohe Leistung niemals ausschließt. Ob hohe Begabung erkannt und gefördert werden, darf nicht davon abhängen, welche Schule ein Kind besucht oder wie engagiert einzelne Lehrkräfte sind. Deshalb setzen wir uns als Karg-Stiftung dafür ein, Begabungsförderung fest im Bildungssystem zu verankern. Mit dem Saarland gehen wir auf diesen Weg gemeinsam voran.“







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