Waldbrand im Hosterwald: Einsatz nach 78 Stunden beendet

Mehr als 1.000 Einsatzkräfte aus vier Ländern bekämpften Feuer zwischen Hirzweiler und Wustweiler

Aktuelles aus Illingen | Bild: Gemeinde Illingen Fr, 21. August 2026Waldbrand in Hirzweiler

Ein Waldbrand im Hosterwald zwischen Hirzweiler und Wustweiler hat über vier Tage mehr als 1.000 Einsatzkräfte aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Luxemburg gefordert. Die Brandfläche wuchs von rund drei auf etwa 18 Hektar, der Einsatz konnte nach 78 Stunden beendet werden.

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Ein Waldbrand im Hosterwald zwischen den Illinger Ortsteilen Hirzweiler und Wustweiler hat über vier Einsatztage hinweg mehr als 1.000 Einsatzkräfte aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Luxemburg gefordert. Aus einer anfänglich rund drei Hektar großen Brandfläche entwickelte sich ein Waldbrand auf rund 18 Hektar. Nach insgesamt 78 Stunden konnte der Feuerwehreinsatz am Mittwochabend beendet werden.

Der Brand brach am Sonntag, 16. August 2026, um 12:55 Uhr aus. Das Feuer breitete sich im unwegsamen Waldgelände schnell aus, eine Rauchsäule war weithin über dem Hosterwald und dem Illtal sichtbar. Löschwasser stand unmittelbar im Wald nicht zur Verfügung und musste über weite Strecken zur Einsatzstelle transportiert werden.

Außergewöhnliche Einsatzlage festgestellt

Aufgrund der Dimension des Einsatzes wurde in Abstimmung zwischen Bürgermeister Andreas Hübgen und der Unteren Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Neunkirchen eine Außergewöhnliche Einsatzlage nach dem Saarländischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz festgestellt. Damit konnten zusätzliche Einheiten verschiedener Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Fachdienste unter einer gemeinsamen Führungsorganisation koordiniert werden.

Über die gesamte Einsatzdauer arbeiteten laut Mitteilung Feuerwehren, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser, Polizei, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk, Forst, Land, Landkreis und kommunale Stellen zusammen.

Landwirtschaftlicher Betrieb bedroht

Der Brand breitete sich zeitweise in Richtung eines landwirtschaftlichen Betriebes mit rund 70 Pferden und 300 Kühen aus. Mit einem massiven Kräfte- und Löschmitteleinsatz gelang es, den Betrieb gegen die Flammen zu verteidigen. Die Pferde wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die Brandfläche vergrößerte sich im Verlauf des Einsatzes von zunächst rund drei Hektar auf insgesamt etwa 18 Hektar.

Mehr als sechs Kilometer Wasserförderung

Da im betroffenen Waldgebiet keine ausreichenden Löschwassermengen zur Verfügung standen, wurden mehrere Wasserförderstrecken aufgebaut. Insgesamt mussten über sechs Kilometer Feuerwehrschläuche verlegt werden.

Unterstützung leisteten dabei Landwirte, Forstwirte, Bau- und Lohnunternehmer aus der Region. Nach Angaben der Mitteilung waren zwischenzeitlich mehr als 20 Unternehmer mit Traktoren, Wasserfässern, Tankzügen sowie Forst- und Baumaschinen im Einsatz und unterstützten Transport und Bereitstellung von Löschwasser sowie Arbeiten auf Feldern, Wiesen und im Wald.

Auf Freiflächen wurden zudem Löschwasserdepots eingerichtet, die unter anderem der Versorgung der aus Hessen angeforderten Polizeihubschrauber dienten. Die beiden Hubschrauber IBIS 1 und IBIS 3 der hessischen Landespolizei führten 87 Löschwasserabwürfe aus und brachten damit rund 60.000 Liter Löschwasser aus der Luft auf die Brandfläche.

Drohnen lieferten Lagebilder

Bei der Erkundung und Führung des Einsatzes kamen zwei Drohneneinheiten aus dem Landkreis Neunkirchen, eine aus dem Landkreis St. Wendel sowie weitere Drohnen der Polizei und des Fernmeldezuges zum Einsatz. Die Luftbilder und Messungen unterstützten laut Mitteilung bei der Beurteilung der Brandausbreitung und der Koordination der Einsatzkräfte.

Bevölkerung über Warnsysteme informiert

Aufgrund der Rauchentwicklung wurden Bevölkerungswarnungen über die Systeme NINA und KATWARN sowie kommunale Kanäle ausgelöst. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Waldgebiet zu meiden sowie Fenster, Türen und Lüftungsanlagen geschlossen zu halten. Das betroffene Waldgebiet wurde gesperrt. Gemeindeverwaltung und Einsatzleitung appellierten wiederholt, Absperrungen zu beachten und auf Einsatzstellentourismus zu verzichten.

Kampfmittelbeseitigungsdienst kontrolliert Fläche

Aufgrund des Verdachts auf mögliche Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg wurde vorsorglich der Kampfmittelbeseitigungsdienst eingebunden. Teile der betroffenen Fläche wurden begutachtet, bevor weitere Arbeiten dort durchgeführt werden konnten. Kampfmittel wurden nicht gefunden.

Logistikzentrum versorgte Einsatzkräfte

An der Dorfwaldhalle in Hirzweiler wurde gemeinsam mit DRK und Maltesern ein Logistik- und Versorgungszentrum eingerichtet. Nach Angaben der Mitteilung wurden dort in Spitzenzeiten rund 400 Mahlzeiten nahezu gleichzeitig vorbereitet und an die Einsatzabschnitte transportiert. Zusätzlich standen WC-Einheiten und ein Duschcontainer zur Verfügung.

Wegen des öffentlichen Interesses wurde außerdem ein Presse- und Medienzentrum eingerichtet, das der Fachzug PUMA – Presse- und Medienarbeit koordinierte.

Unterstützung über Landesgrenzen hinweg

Einsatzkräfte kamen aus dem gesamten Saarland sowie aus Rheinland-Pfalz und Hessen. Eine Spezialeinheit des luxemburgischen Großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungskorps (CGDIS) unterstützte mit einem Löschroboter, ein zweiter Roboter des Katastrophenschutzes Sankt Wendel kam ebenfalls zum Einsatz. Zusätzlich unterstützten Kräfte von @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V., die auf Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung spezialisiert sind.

Während des mehrtägigen Einsatzes informierten sich laut Mitteilung Innenminister Reinhold Jost, Umweltministerin Petra Berg sowie Dr. Dominik Lorenz vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport vor Ort. Bürgermeister Andreas Hübgen, Landrat Sören Meng, Landesbrandinspekteur Timo Meyer, Brandinspekteur Michael Sieslack und Wehrführer Sascha Cattarius begleiteten die Lage über die gesamte Einsatzdauer.

Reaktionen nach Einsatzende

Bürgermeister Andreas Hübgen äußerte sich nach Abschluss des Einsatzes:

„Wenn man die gesamte Fläche sieht, wird noch einmal deutlich, vor welcher enormen Herausforderung unsere Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen standen. Mein Dank gilt allen, die seit mittlerweile vier Tagen unermüdlich im Einsatz sind… Mein besondere Dank gilt allen Einsatzkräften und Helferinnen und Helfern, die über mehrere Tage hinweg im Einsatz waren, ebenso den Arbeitgebern und Familien der überwiegend ehrenamtlichen Kräfte.“

Landrat Sören Meng erklärte

„Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften und beteiligten Organisationen, die seit Beginn des Waldbrandes mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz vor Ort gearbeitet haben… Diese hervorragende Zusammenarbeit über Organisations- und Kreisgrenzen hinweg verdient höchste Anerkennung.“

Brandinspekteur Michael Sieslack zog Bilanz

„Dieser Waldbrand hat uns einsatztaktisch vor große Herausforderungen gestellt. Entscheidend war, die weitere Brandausbreitung frühzeitig zu begrenzen… Den im Einsatz verletzten Kameradinnen und Kameraden sowie Einsatzkräften wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung.“

Landesbrandinspekteur Timo Meyer erklärte

„Nach meinem Kenntnisstand hat es im Saarland in den letzten 70 Jahren noch keinen Wald- oder Flächenbrand dieser Größenordnung gegeben. Die Dimension dieses Einsatzes war außergewöhnlich und hat den eingesetzten Kräften über mehrere Tage hinweg sehr viel abverlangt.“

Einsatzende nach 78 Stunden

Nach fast vier Tagen Brandbekämpfung, Nachlöscharbeiten, Kontrollen und Sicherungsmaßnahmen konnte der Feuerwehreinsatz am Mittwoch, 19. August 2026, gegen 19 Uhr beendet werden. Damit endete auch die Außergewöhnliche Einsatzlage. Die Einsatzdauer betrug 78 Stunden und 5 Minuten.

Zu den zentralen Kennzahlen des Einsatzes gehören laut Mitteilung:

  • Brandfläche: zunächst rund 3 Hektar, im weiteren Verlauf Ausdehnung auf rund 18 Hektar
  • Mehr als 1.000 Einsatzkräfte insgesamt, mehr als 500 gleichzeitig im Einsatz
  • 87 Löschwasserabwürfe aus der Luft mit rund 60.000 Litern
  • Mehr als sechs Kilometer verlegte Schlauchleitungen

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