Ehemaliges V&B-Areal in Merzig soll neu entwickelt werden

Saarland, Villeroy & Boch und Kreisstadt Merzig unterzeichnen Absichtserklärung für Konversion des Werksgeländes

Aktuelles aus der Saar-Wirtschaft

Für das ehemalige Fliesenproduktionsgelände von Villeroy & Boch in Merzig ist eine gemeinsame Entwicklung von Land, Unternehmen und Stadt vereinbart worden. Ziel sind neue Wirtschafts- und Wohnflächen auf dem 24 Hektar großen Areal.

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Das Saarland, die Villeroy & Boch AG und die Kreisstadt Merzig haben am Freitag im Wirtschaftsministerium ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Darin verständigen sich die drei Partner laut Mitteilung auf das Ziel, das heute überwiegend ungenutzte Areal der ehemaligen V&B-Fliesenproduktion zu einem Wirtschaftsstandort zu entwickeln.

Gleichzeitig unterzeichneten die Kreisstadt Merzig, die SHS Strukturholding Saar (SHS) und die LEG Kommunal einen Letter of Intent (LOI). Damit werden nach Angaben des Ministeriums die nächsten Schritte für die Vorbereitung der Flächenentwicklung vereinbart.

Aufgabenverteilung zwischen den Partnern

Das rund 24 Hektar große ehemalige Produktions- und Logistikgelände wird nach Angaben des Ministeriums heute überwiegend nicht mehr genutzt. Die Projektpartner übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Villeroy & Boch soll ein Rückbau- und Entsorgungskonzept einschließlich einer Kostenschätzung erstellen.

Die Kreisstadt Merzig hat bereits eine Machbarkeitsstudie zur Bestandsaufnahme und zum Umgang mit dem Seffersbach beauftragt.

Wirtschaftsminister Jürgen Barke erklärte laut Mitteilung

Strukturwandel bedeutet nicht nur, neue Standorte zu schaffen, sondern auch bestehenden Flächen eine neue wirtschaftliche Zukunft zu geben. Das ehemalige V&B-Areal bietet dafür eine große Chance: Aus einer nicht mehr genutzten Industriefläche kann neuer Raum für Unternehmen, Investitionen und Arbeitsplätze entstehen.

Villeroy & Boch-Finanzvorstand Markus Warncke äußerte sich wie folgt:

Mit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding schaffen wir gemeinsam mit dem Land und der Stadt Merzig die Grundlage für eine Konversion und Revitalisierung des Geländes der ehemaligen Fliesenproduktion. Der Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt Merzig und bietet eine attraktive Standortentwicklung für eine zukünftige Nutzung zum Wohnen und Arbeiten.

Wohn- und Gewerbeflächen geplant

Oberbürgermeister Marcus Hoffeld beschreibt das Vorhaben so:

Das ehemalige Firmengelände der Villeroy & Boch AG soll städtebaulich entwickelt werden und sowohl Flächen für Gewerbeansiedlungen als auch Wohnbauflächen bieten. Ziel ist es, einen nachhaltigen und attraktiven Wirtschafts- und Wohnstandort auf dem ehemaligen Firmengelände der Villeroy & Boch AG in Merzig zu entwickeln.

Bürgermeister Christian Bies ergänzte

Alle Projektpartner wollen die Entwicklung des Geländes gemeinsam gestalten. Ein wichtiger erster Schritt ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Masterplans. Dieser soll die Grundlage für die zukünftige Nutzung und Entwicklung des ehemaligen Werksgeländes der Villeroy & Boch AG bilden.

Landesförderung für Vorbereitungsphase

Das Land unterstützt die Vorbereitungsphase nach Angaben des Ministeriums über die SHS und die LEG Kommunal. Vorgesehen sind unter anderem Planungs- und Ingenieurleistungen, eine ergänzende Baugrunduntersuchung sowie die Begleitung des Beteiligungsprozesses. Über die SHS beteiligt sich das Land mit 50 Prozent, maximal 300.000 Euro, an den entstehenden Gesamtkosten. Die Mittel stammen aus dem Transformationsfonds.

SHS-Geschäftsführer Valentin Holzer erklärte

Das ehemalige Firmengelände ist eine zentral gelegene und werthaltige innerstädtische Brachfläche. Von der Revitalisierung können sowohl die Stadt Merzig, ihre Einwohner als auch regionale Unternehmen profitieren.

Nach Abschluss der Vorbereitungsphase wollen die Projektpartner laut Mitteilung eine Grundsatzentscheidung über die weitere Realisierung treffen. Villeroy & Boch beabsichtigt, das Grundstück danach zu verkaufen. Der Kaufpreis ist Gegenstand weiterer Verhandlungen; über einen möglichen Erwerb der Fläche und dessen konkrete Ausgestaltung ist demnach noch nicht entschieden.

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