Die Arbeitskammer des Saarlandes (AK) hat am 30. Juni 2026 ihren Jahresbericht an die Landesregierung übergeben. Unter dem Titel „Zukunftsbild Saarland 2040″ benennt der Bericht nach Angaben der Kammer vier Handlungsfelder, in denen das Land bis 2040 wirtschaftlich, sozial und demokratisch gestärkt werden könne – sofern die Politik jetzt entsprechende Entscheidungen treffe.
„Wir machen deutlich: Die Zukunft ist gestaltbar. Das Saarland kann 2040 ein Land mit Guter Arbeit, starker Wirtschaft und hohem sozialem Zusammenhalt sein – dafür müssen aber heute die Weichen gestellt werden.“
Das sagte Christian Umlauf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer.
Vier Zukunftspfade im Überblick
Wirtschaft und Infrastruktur
Die AK fordert öffentliche Investitionen in eine ökologische Transformation der Industrie, die nach ihrer Einschätzung der Markt allein nicht leiste. Konkret verlangt sie:
- Ausrichtung des saarländischen Transformationsfonds auf Resilienz und gute Arbeitsbedingungen
- Verknüpfung von Tarifbindung mit Wirtschaftsförderung
- Ausbau von Strom- und Wärmenetzen mit sozialem Ausgleich
- Erhöhung des kommunalen Anteils am Umsatzsteueraufkommen von derzeit 2 auf 12 Prozent
Arbeitsmarkt
Laut Bericht soll Tarifbindung zum Standortmerkmal werden. Die AK empfiehlt unter anderem den Ausbau von Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur zur Steigerung der Erwerbsbeteiligung, dauerhafte Übergangssysteme mit Qualifizierung und Vermittlung sowie eine solidarische Ausbildungsumlage.
„Gute Arbeit muss Markenzeichen des Standorts werden. Tarifbindung und Mitbestimmung sind zugleich ein Wettbewerbsvorteil und zentral zur Fachkräftesicherung.“
Bildungsgerechtigkeit
Die Arbeitskammer sieht Bildungsgerechtigkeit als Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Sie fordert mehr Investitionen in frühkindliche Bildung, durchgängige Sprachförderung sowie verbesserte Übergänge in Ausbildung und Studium.
„Ohne Bildungsgerechtigkeit gibt es keine wirtschaftliche Zukunft. Wir müssen früher ansetzen und mehr investieren.“
Soziale Sicherheit
Im Bereich Wohnen und Pflege spricht sich die AK für einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und die Aktivierung öffentlicher Wohnungsbaugesellschaften aus. Bei der Pflegefinanzierung empfiehlt sie eine Deckelung der Eigenanteile sowie langfristig eine Pflegebürgervollversicherung. Die Investitionskosten solle das Land übernehmen.
Appell an die Landespolitik
Die Arbeitskammer betont nach eigenen Angaben, dass das Land in Bereichen wie Bildung, Arbeitsmarkt und Wohnungsbau über mehr Gestaltungsspielraum verfüge, als häufig angenommen werde. Umlauf:
„Die Landespolitik hat mehr Einfluss, als oft behauptet wird. Diese Spielräume müssen genutzt werden.“
Darüber hinaus fordert die AK mehr Bürgerbeteiligung, stärkere politische Bildung und einen Ausbau der Mitbestimmung.



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