Die Arbeitskammer des Saarlandes hat seit Jahresbeginn 2026 in zahlreichen Pressediensten zu arbeits-, sozial- und bildungspolitischen Themen Stellung genommen. Ein Überblick über die zentralen Meldungen.
Schuldenbremse und Sozialstaat
Zuletzt, am 17. Juli 2026, warnte die Arbeitskammer vor den Folgen einer ausbleibenden Reform der Schuldenbremse. Nach Angaben der Kammer bewirke das Festhalten an der bestehenden Regelung Kürzungsdruck für die Allgemeinheit.
Bereits Ende Januar hatte die AK in Berlin und im Saarland nach eigenen Angaben ein „starkes Zeichen für die Zukunft des Sozialstaates“ gesetzt – in der Woche, in der der Bericht der Sozialstaatskommission vorgelegt wurde. Anfang Juni bezog die Kammer zudem Stellung zur neuen Sozialstaats-Charta und zum Festakt „30 Jahre Sozialgipfel“. Laut Pressemitteilung vertritt die AK die Position, ein starker Sozialstaat sichere die Demokratie.
Pflege und Gesundheit
Am 15. Juli 2026 legten die Arbeitskammer, ver.di und der Landespflegerat gemeinsam ein Positionspapier zum geplanten Pflegeneuordnungsgesetz vor. Das Papier trägt den Titel „Pflege sichern statt kaputt sparen“.
Bereits im Juni hatte die AK den damaligen Gesetzentwurf zur Pflegereform als „sozialpolitischen Rückschritt“ bezeichnet. Die Pläne gefährdeten nach Einschätzung der Kammer sowohl die Versorgung als auch gute Arbeitsbedingungen in der Pflege.
Zur Gesundheitsreform erklärte die AK am 10. Juli 2026, die Reform gehe trotz Nachbesserungen zu Lasten der Versicherten und der Beschäftigten im Gesundheitswesen. Bereits im April hatte die Kammer entsprechende Vorschläge scharf kritisiert und eine soziale Schieflage beklagt.
Rente und Elterngeld
Am 26. Juni 2026 bewertete die AK die Arbeit der DGB-Kommission zur Rentenpolitik positiv: Die Kommission setze wichtige Impulse für zukunftsfeste Renten. Kritischer fiel das Urteil zum Bericht der Rentenkommission aus, den die Kammer am 23. Juni kommentierte: Sie erkannte zwar gute Ansätze, kritisierte aber widersprüchliche Weichenstellungen.
Zum Thema Elterngeld forderte die AK am 8. Juli eine Reform statt Kürzungen. Überarbeitete Informationsbroschüren zu Elterngeld und Elternzeit sowie zum Arbeitslosengeld hatte die Kammer bereits im Februar neu aufgelegt.
Arbeitsmarkt und Zuwanderung
Neue Daten der Arbeitskammer vom 9. Juli 2026 zeigen laut Mitteilung, dass Zuwanderung den saarländischen Arbeitsmarkt stützt und die Sozialsysteme stabilisiert. Im Februar hatte die AK davor gewarnt, dass ein Stopp freiwilliger Integrationskurse die Arbeitsmarktintegration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährde.
Der Index Gute Arbeit Saar, veröffentlicht im Januar 2026, hatte nach Angaben der Kammer deutlichen Handlungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen im Saarland aufgezeigt.
Tariftreue und Entgelttransparenz
Das saarländische Tariftreuegesetz bewertete die AK Ende April als wirksam und als „starkes Signal für den Bund“. Das im Februar verabschiedete Bundestariftreuegesetz bezeichnete die Kammer als wichtigen und notwendigen Schritt, forderte jedoch einen anschließenden Aktionsplan zur Stärkung der Tarifbindung.
Beim Thema Entgelttransparenz forderte die AK im Juni Tempo von der Bundesregierung: EU-Vorgaben dürften nicht länger verschleppt werden, ein Gesetzentwurf müsse vorgelegt werden.
Bildung und Weiterbildung
Der Nationale Bildungsbericht 2026 bestätige nach Einschätzung der Arbeitskammer Handlungsbedarf im Saarland. Die Kammer forderte eine Bildungsoffensive von der Kita bis zur Hochschule. Weiterbildung bezeichnete die AK in einer im April veröffentlichten Ausgabe ihrer Publikation AK-Konkret als „unverzichtbar für die Zukunft des Saarlandes“.
Das neue Modell MentoS, vorgestellt im Januar 2026, soll nach Angaben der Kammer Weiterbildung in kleinen und mittleren Unternehmen stärken.
Gleichstellung
Zum Equal Pay Day am 27. Februar wies die AK auf eine Lohnlücke von 16 Prozent hin, die nach ihrer Einschätzung die eigenständige Existenzsicherung von Frauen gefährdet. Zum Internationalen Frauentag am 8. März thematisierte die Kammer Gleichstellung unter dem Titel „Gleichstellung unter Druck – Zeit für klare Perspektiven im Saarland“.
Jubiläum und Beratungsangebot
Im April 2026 feierte die Arbeitskammer des Saarlandes ihr 75-jähriges Bestehen. Im Jahr 2025 führte die Kammer nach eigenen Angaben rund 38.000 Beratungen durch.


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