Streikdrohung im Einzelhandel
Kunden von Supermärkten und anderen Geschäften müssen sich möglicherweise auf größere Streiks einstellen.Die Gewerkschaft Verdi droht, den Arbeitskampf im Einzelhandel auszuweiten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.
Hintergrund der Tarifverhandlungen
Seit April laufen die Tarifverhandlungen im Einzelhandel, jedoch ohne Ergebnis. Verdi-Vorständin Silke Zimmer erklärte, dass bei ausbleibender Bewegung der Arbeitgeberseite die Streikmaßnahmen intensiviert würden. Mehrtägige Arbeitsniederlegungen seien denkbar, insbesondere bei Unternehmen, die die Verhandlungen blockieren.
Forderungen der Gewerkschaft
Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent für die Beschäftigten, mit einem Mindestlohn von 14,90 Euro pro Stunde. Etwa ein Viertel der über drei Millionen Verkäufer im Einzelhandel ist direkt vom Tarifvertrag betroffen. Die forderungen werden mit Preissteigerungen und dem Krieg zwischen den USA und iran begründet, der die Kraftstoffpreise steigen ließ. Ökonomen prognostizieren eine Inflation von etwa drei Prozent für dieses Jahr.
Angebot der Arbeitgeber
Die Arbeitgeberseite hat zuletzt 4,4 Prozent Lohnsteigerung angeboten. Steven Haarke, Tarifgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, sieht wenig Spielraum und hält die Verdi-Forderungen für unrealistisch. Ein Streitpunkt ist die Lage jüngerer Verkäufer, deren Gehälter in einigen regionen vom Mindestlohn eingeholt würden. Verdi kritisiert dies als skandal, während der HDE auf zusätzliche Leistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld verweist, die das Einstiegsgehalt über den kommenden Mindestlohn von 14,60 Euro pro Stunde heben würden.


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