Studie zur Kaufkraft in Deutschland
Eine neue Studie des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zeigt, dass die Mehrheit der Bundesbürger auch Jahre nach den Inflationsschocks durch die Corona-Pandemie und den russischen Überfall auf die Ukraine das Gefühl hat, sich weniger leisten zu können. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet über die Ergebnisse, die an diesem Mittwoch veröffentlicht werden.
wahrnehmung der Kaufkraft
Laut der Studie klagen 59 Prozent der Bürger über gesunkene Kaufkraft, während nur elf Prozent den gegenteiligen Eindruck haben. diese Wahrnehmung steht im Gegensatz zu gesamtwirtschaftlichen Daten, die zeigen, dass inflationsbedingte Einbußen durch Gehaltssteigerungen, einen höheren Mindestlohn, Rentenanhebungen und eine nachlassende Teuerung ausgeglichen wurden. Die Studie spricht von einer „erheblichen Diskrepanz zwischen wahrgenommener und gemessener Entwicklung der verfügbaren Realeinkommen“.
Preisentwicklung und Wahrnehmung
Die Diskrepanz wird auf die starke Verteuerung von Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs seit 2020 zurückgeführt.Dazu zählen Öl und Gas, Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie Gaststätten- und Restaurantbesuche, deren Preise laut Statistischem Bundesamt um 33 bis 47 Prozent gestiegen sind. Im Gegensatz dazu sind die Kosten für Bekleidung, Wohnen und Freizeit weniger stark gestiegen.
Wirtschaftliche und politische Folgen
Die Verunsicherung der bevölkerung hat laut Studie gravierende wirtschaftliche und politische Folgen. Viele Bürger schränken ihren Konsum ein, was die Gesamtwirtschaft belastet.Politisch zeigt sich Unzufriedenheit: Fast 80 Prozent der Befragten, die sich finanziell schlechter gestellt fühlen, sind unzufrieden mit der Arbeit der Koalition aus CDU, CSU und SPD. 35 Prozent haben kein Vertrauen mehr in die Regierung.


Schreibe einen Kommentar