Warnung vor Kerosin-Knappheit
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) warnt vor möglichen Insolvenzen von Fluggesellschaften aufgrund einer drohenden Kerosin-Knappheit. Ann-Cathrin Beermann, Leiterin des Teams mobilität und Ressourcenschutz beim VZBV, äußerte gegenüber der Funke-Mediengruppe die Sorge, dass knapper und teurer Treibstoff zu vermehrten Insolvenzen führen könnte. Individualreisende seien in diesem Fall kaum geschützt und könnten ihr Geld für Tickets verlieren sowie eigenständig eine Heimreise organisieren müssen. Rückzahlungen aus der insolvenzmasse seien selten.
Forderungen des VZBV
Der VZBV fordert eine Insolvenzabsicherung für Verbraucher in der Fluggastrechteverordnung, etwa durch einen Fonds, der auch Individualreisende absichert.Zudem solle die Politik Passagierrechte bei länderübergreifenden Zugreisen stärken, um innereuropäische Alternativen zu kurzen Flügen attraktiver zu machen. Gegen gestrichene flüge wegen Kerosinmangels seien Verbraucher relativ gut abgesichert, da Tickets umgebucht oder erstattet werden.
Politische Reaktionen
Angesichts der drohenden Kerosin-Knappheit fordern die Grünen eine vorübergehende Beschränkung von Privat- und Inlandsflügen sowie eine Preissenkung beim Deutschlandticket für den Nahverkehr. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, betonte die Dringlichkeit der Lage und forderte, dass Privatflieger im Hangar bleiben und Kurzstreckenflüge ausgesetzt werden sollten. Das deutschlandticket solle verbilligt werden.
internationale Energieagentur und EU-Kommission
Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte zuvor gewarnt, dass die kerosin-vorräte in Europa möglicherweise nur noch für sechs Wochen reichen könnten.Die EU-Kommission arbeitet Berichten zufolge an einem Notfallplan. Grünen-Politiker Kellner forderte mittelfristig den Einsatz synthetischer Kraftstoffe und kritisierte die Bundesregierung für ihre Untätigkeit bezüglich einer grünen Kerosinfabrik in der Lausitz.


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