Anteil der Jobs mit Niedriglohn stagniert

Bedienung in einem Café (Archiv)

Im April 2025 gehörten rund 6,3 Millionen Stellen zum Niedriglohnsektor

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Im April ⁤2025 wurden in Deutschland rund 6,3 Millionen Jobs ⁣dem niedriglohnsektor zugeordnet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (destatis) vom⁢ Freitag lag der Anteil der niedrigentlohnten Beschäftigungsverhältnisse ‍wie im Vorjahr bei 16​ Prozent.

Entwicklung ‍der Niedriglohnquote

Innerhalb von zehn Jahren sank‌ die Niedriglohnquote‍ von 21 prozent im April 2014⁢ auf 16 prozent im April‌ 2024. den stärksten Rückgang verzeichnete Destatis zwischen April 2022 und April 2023. In diesem Zeitraum verringerte sich⁤ der anteil der Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle an allen beschäftigungsverhältnissen um drei Prozentpunkte von 19 Prozent⁣ auf 16 Prozent.Als Erklärung nennt die Behörde den Anstieg des gesetzlichen Mindestlohns in diesem Zeitraum von ​9,82 Euro ⁤auf ⁤12,00 ​euro.

Definition ⁣und Höhe der​ Niedriglohnschwelle

Zum⁢ Niedriglohnsektor⁤ zählen alle beschäftigungsverhältnisse ohne Auszubildende, die ‌mit weniger als zwei Dritteln des mittleren Bruttostundenverdienstes ohne Sonderzahlungen ⁢entlohnt werden. Diese sogenannte Niedriglohnschwelle lag im April 2025 bei 14,32 Euro. Im Jahr 2024 ​hatte sie​ bei 13,79 Euro gelegen.

branchenspezifische Unterschiede

Gut ⁤die Hälfte aller Beschäftigungsverhältnisse im Gastgewerbe (51 Prozent) ​lag im⁤ April 2025 im Niedriglohnsektor. ​Weit überdurchschnittliche Anteile an Niedriglohnbeschäftigten wiesen auch ​die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft mit 45 Prozent ​sowie ‍der Bereich Kunst,‌ Unterhaltung und Erholung mit ⁣36 ⁣Prozent auf.

deutlich ‌niedriger war der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten in der öffentlichen Verwaltung mit 2 Prozent. Im Sektor‌ für⁣ Wasser, Abwasser und ⁢Beseitigung⁢ von Umweltverschmutzungen, im Bereich Erziehung​ und Unterricht sowie in​ der Finanz-‍ und versicherungsbranche lag ​der Anteil jeweils​ bei 6​ Prozent.

Lohnspreizung⁣ und Einkommensunterschiede

Der Verdienstabstand zwischen Gering- und ⁤Besserverdienenden,die sogenannte Lohnspreizung,blieb⁢ zwischen April 2024‍ und April 2025 nahezu unverändert.

Messung der Lohnspreizung

Die Lohnspreizung​ beschreibt‌ die Lohnungleichheit, ‌indem der Verdienstabstand zwischen den Geringverdienenden (untere 10 prozent der Lohnskala) und den Besserverdienenden (obere 10 Prozent) gemessen wird. ​Konkret wird dazu der ⁤Bruttostundenverdienst des 9. Dezils, ab dem eine Person zu ‌den Besserverdienenden​ zählt,⁤ ins​ Verhältnis ⁤gesetzt zum Verdienst des 1. Dezils,bis‌ zu dem eine​ Person als geringverdienend⁢ gilt.

Im ‌Jahr 2025 lag der Bruttostundenverdienst des 9. Dezils bei 39,65 Euro, der ‍des 1. Dezils bei 13,46 Euro.Besserverdienende erzielten ⁣damit das 2,95-Fache ⁣des‍ bruttostundenverdienstes von Geringverdienenden.

Entwicklung der Löhne und Mindestlohn

Zwischen ‍april 2024 ⁢und April 2025 stieg der Bruttostundenverdienst des 1.⁤ Dezils um 3,5 Prozent. Der mittlere⁢ Bruttostundenverdienst (Median)⁢ erhöhte sich um 3,9 Prozent. Der Zuwachs beim 9. Dezil fiel mit 1,5⁤ Prozent geringer aus.

Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn stieg im​ selben Zeitraum um 3,3 Prozent,wie Destatis mitteilte.

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