Erfolgschancen bei Asylklagen in Deutschland
Nur jeder zehnte abgelehnte Asylbewerber, der gegen eine drohende Abschiebung klagt, hat vor deutschen verwaltungsgerichten Erfolg. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf eine Umfrage unter den 16 Bundesländern. Im vergangenen Jahr wurden durchschnittlich 10,4 Prozent der Klagen stattgegeben. Besonders hohe Erfolgsquoten verzeichneten das Saarland mit 19,5 Prozent und Thüringen mit 17,3 Prozent.
Hintergrund und Herausforderungen
Die Kläger sind überwiegend Flüchtlinge, deren Asylanträge vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) abgelehnt wurden.Mit ihrer Klage versuchen sie, eine drohende Abschiebung abzuwenden.Die Verwaltungsgerichte stehen dadurch unter erheblichem Druck. Nach Recherchen des Magazins dauern Verfahren in Asylangelegenheiten inzwischen durchschnittlich zwölf Monate, doppelt so lange wie vorgesehen. Hauptgrund ist die hohe Anzahl an Asylklagen. In Baden-Württemberg machten sie in den ersten drei Quartalen 2025 74,2 Prozent aller Neueingänge aus, in Rheinland-Pfalz 66 Prozent, in Niedersachsen ebenfalls 74,2 Prozent und in Bayern 59,8 Prozent.
Prognosen und politische Reaktionen
Der Bund Deutscher Verwaltungsrichter erwartet einen weiteren Anstieg der Klagezahlen, was andere Verfahren beeinträchtigen könnte. Ein Grund dafür ist die häufigere Ablehnung syrischer Asylbewerber, seit der Bürgerkrieg mit dem Sturz des Assad-Regimes offiziell beendet ist. Die CDU sieht dringenden Handlungsbedarf. Unionsfraktionsvize Günter Krings betonte gegenüber dem Focus die Notwendigkeit, die Verfahren zu beschleunigen, um die Gerichte zu entlasten. Er fordert schnellere und digital gestützte Asylverfahren sowie stärkere Mitwirkungspflichten der Kläger, um langwierige Verfahren zu vermeiden.











