Einleitung
Kerstin Claus, die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hat die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik als alarmierend bezeichnet. Sie äußerte sich besorgt über den Anstieg von Fällen des sexuellen Missbrauchs und jugendpornografischen Inhalten.
Hauptteil
Laut Claus zeigen die Zahlen, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein massives gesellschaftliches Problem bleibt. Die Statistik verzeichnet 17.126 Fälle, was einem Anstieg von 4,7 Prozent entspricht.Besonders besorgniserregend sei der starke Anstieg bei jugendpornografischen Inhalten um 19,9 Prozent, was fast 2.000 zusätzliche Fälle im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Claus betonte die Notwendigkeit, den Schutz von Jugendlichen im Internet zu stärken. Sie wies darauf hin, dass viele der Jugendlichen, die pornografische Inhalte verbreiten, sogenannte Selbstfilmende sind.
EU-Parlament und Ermittlungslücken
claus kritisierte die Entscheidung des EU-Parlaments, das Filtern nach Missbrauchsdarstellungen durch Plattformanbieter zu stoppen. Dies könnte zu einer gravierenden Ermittlungslücke führen und den Schutz von kindern und Jugendlichen weiter gefährden. Innenminister Alexander Dobrindt schloss sich der Kritik an und bezeichnete das Auslaufen der Interimsverordnung als Fehler.
Forderungen an die Bundesregierung
claus forderte die Bundesregierung auf, sich stärker zu engagieren. Sie plädierte für eine europaweit verbindliche gesetzliche Regelung innerhalb der CSA-Verordnung, um eine rechtssichere Grundlage für die Aufdeckung und Entfernung von Missbrauchsdarstellungen zu schaffen. Claus appellierte an die Bundesregierung und deutsche Abgeordnete im Europäischen Parlament, die Entscheidung des EU-Parlaments zu überdenken.



Schreibe einen Kommentar