Jahresstatistik zeigt auch 2025 hohe Zahl an Behandlungsfehlern

Medizinischer Dienst: Jahresstatistik 2025 zur Begutachtung von Behandlungsfehlern am 20.08.2026

Der Medizinische Dienst erstellte 2025 bundesweit 11.735 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern

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Medizinischer Dienst veröffentlicht Jahresstatistik 2025

Der Medizinische Dienst hat im Jahr 2025 bundesweit 11.735 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt. Dies teilte die Expertenorganisation am Donnerstag in Berlin mit. In jedem vierten Fall (3.098 Fälle) wurde ein Behandlungsfehler mit Schaden festgestellt. In 2.700 Fällen war der Fehler ursächlich für den erlittenen Schaden, und in 97 Fällen führte der Fehler zum Tod oder trug wesentlich dazu bei.

Hintergrund und Schätzungen

Die Begutachtungszahlen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Fehlergeschehens. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass es bei etwa zwei bis vier Prozent der stationären Behandlungen zu vermeidbaren Schadensereignissen kommt. Auf Deutschland übertragen entspricht das einer Größenordnung von rund 350.000 bis 700.000 Ereignissen pro Jahr. Die OECD schätzt, dass in hochentwickelten Ländern rund 15 Prozent der Kosten der stationären Versorgung für die Folgen vermeidbarer Schadensereignisse aufgewendet werden. Überträgt man diesen Schätzwert auf die krankenhausausgaben der gesetzlichen krankenversicherung in Deutschland, ergibt sich für 2025 eine Größenordnung von rund 16,7 Milliarden Euro.

Stellungnahme des Medizinischen Dienstes

Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Bund, betonte, dass mehr Patientensicherheit auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens sei. „Jeder vermeidbare Schaden,den wir verhindern,bedeutet weniger Leid und vermeidet zugleich unnötige Folgekosten.“

Statistik der Behandlungsfehlervorwürfe

In der Jahresstatistik 2025 stuften die Gutachter 150 Fälle als sogenannte „Never Events“ ein. Zwei Drittel aller erhobenen Behandlungsfehlervorwürfe beziehen sich auf Leistungen in der stationären Versorgung, zumeist in Krankenhäusern (7.633 Fälle).ein Drittel (4.073 Fälle) entfällt auf den ambulanten Bereich.

Verteilung nach Fachgebieten

Die Vorwürfe verteilen sich auf verschiedene Fachgebiete: 29,6 Prozent betreffen die Orthopädie und Unfallchirurgie (3.476 Fälle),10,6 Prozent die Innere Medizin und Allgemeinmedizin (1.246 Fälle), 9,4 Prozent die Frauenheilkunde und Geburtshilfe (1.099 Fälle), 8,9 Prozent die Zahnmedizin (1.043 Fälle) und 8,2 Prozent die Allgemein- und Viszeralchirurgie (961 Fälle). 6,6 Prozent beziehen sich auf Pflege (776 Fälle), während 26,7 Prozent auf 29 weitere Fachgebiete entfallen (3.134 Fälle).

Diagnosen und Behandlungsfehler

In der Jahresstatistik 2025 sind 11.735 Verdachtsfälle zu knapp 1.000 verschiedenen Diagnosen erfasst. die Vorwürfe betreffen fehlerhafte Behandlungen bei Hüft- und Kniegelenksverschleiß, Knochenbrüchen, Gallensteinen, Zahnwurzelbehandlungen und vieles mehr.

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