Ifo: Soziale Herkunft entscheidend für Bildungschancen

Kinder in einer Schule (Archiv)

Bildungschancen in Deutschland stark von sozialer Herkunft und Geschlecht abhängig. Chancenmonitor des Ifo-Instituts und "Ein Herz für Kinder" zeigt Einfluss von Elternbildung und Einkommen auf Gymnasialbesuch

AsiaRestaurant SongLong Friedrichsthal

Bildungschancen in Deutschland

Die Bildungschancen in Deutschland sind stark von sozialer Herkunft und Geschlecht abhängig. Dies zeigt der Chancenmonitor des Ifo-Instituts und „Ein Herz für Kinder“, der in Berlin vorgestellt wurde. An der Präsentation nahm auch Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) teil.

Einfluss von elternbildung und Einkommen

Ludger Wößmann,Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik,erklärte,dass die Wahrscheinlichkeit eines Gymnasialbesuchs stark von der Bildung und dem Einkommen der eltern abhängt. In der am meisten benachteiligten Herkunftsgruppe liegt die Gymnasialwahrscheinlichkeit bei nur 16,9 Prozent, während sie in der privilegiertesten Gruppe 80,3 Prozent beträgt.

Geschlechterunterschiede bei Bildungschancen

Ifo-Forscherin Vera Freundl wies darauf hin, dass Jungen systematisch geringere Bildungschancen als Mädchen haben. Während 43,5 Prozent der Mädchen ein Gymnasium besuchen, sind es nur 36,9 Prozent der Jungen. Dieser Unterschied zieht sich durch alle sozialen Gruppen,ist jedoch in den oberen Bildungs- und Einkommensgruppen geringer.Im Alter von 16 bis 18 jahren beträgt der Unterschied 9,6 Prozentpunkte.

Studienbasis und Handlungsempfehlungen

Die Studie basiert auf Daten von knapp 68.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren aus dem mikrozensus 2022. Der familiäre Hintergrund wird durch den Bildungsstand der Eltern, das Haushaltseinkommen, den Migrationshintergrund und den Alleinerziehenden-Status bestimmt.

Die Ifo-Forschenden empfehlen, die Bildungschancen für sozial benachteiligte Gruppen durch mehr frühkindliche Bildungsangebote, stärkere Familienunterstützung, gute lehrkräfte an Schulen mit benachteiligten Kindern, kostenfreie Nachhilfeprogramme, ein späteres Aufteilen der Kinder in Schularten und mehr Mentoring-Program zu verbessern.

Für bessere Chancen für Jungen seien mehr männliche Erzieher und Lehrkräfte, eine stärkere Beachtung von Geschlechterstereotypen, eine frühere Förderung der Lesekompetenzen und der Selbstregulation, mehr Elternarbeit und eine außerschulische Stärkung der Bildungsaspiration notwendig.

Artikel teilen


Anzeige Kommpower

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen