Hunderte Afghanen wehren sich juristisch gegen den Entzug ihrer Aufnahmezusagen durch die Bundesregierung.Laut Eva Beyer von der Organisation Kabul Luftbrücke sind rund 180 Verfahren bei den Verwaltungs- oder Oberverwaltungsgerichten in berlin und Ansbach anhängig. Zusätzlich sind 18 Verfassungsbeschwerden in Vorbereitung.
875 Afghanen aus den deutschen Aufnahmeprogrammen harren in Pakistan aus. 55 wurden im vergangenen Sommer von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben. Beyer schätzt,dass mindestens 90 Prozent der Betroffenen Klageverfahren eingeleitet haben.
bisher sind 126 Menschen nach Afghanistan zurückgekehrt, nachdem sie das Angebot der Bundesregierung angenommen hatten, gegen Geld auf eine Aufnahme in Deutschland zu verzichten. Eine Klage umfasst meist eine familie, im Schnitt rund fünf Personen pro Fall.Die Kabul luftbrücke koordiniert die juristischen Bemühungen.
Die Grünen kritisieren die Bundesregierung scharf. Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, bezeichnete es als inakzeptabel, dass afghanische Staatsangehörige in Pakistan im Stich gelassen werden. Die Bundesregierung habe fristen zum Auszug aus den Gästehäusern gesetzt, obwohl das Bundesverfassungsgericht noch keine Grundsatzentscheidung getroffen habe.



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