Albrecht Weinberg verstorben
Der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Seine Heimatstadt Leer teilte dies am dienstag mit. Weinberg überlebte während der NS-Zeit drei Konzentrationslager und trat später häufig als zeitzeuge in Erscheinung.
Öffentliches Engagement und Rückgabe des Bundesverdienstkreuzes
Im Januar 2025 sorgte Weinberg für Aufsehen, als er ankündigte, das ihm 2017 verliehene Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Anlass war ein Entschließungsantrag der union zur Migrationspolitik,der mit unterstützung der AfD eine Mehrheit im Bundestag erhielt.
Stimmen zum Tod von Albrecht Weinberg
Leers Bürgermeister Claus-Peter Horst würdigte Weinbergs unermüdliches Engagement,von seinen Erlebnissen während des Nationalsozialismus zu berichten und vor dem Vergessen zu warnen. „Für die Stadt Leer ist der Tod Weinbergs ein großer Verlust“, sagte Horst.
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte. „Als Überlebender der Shoah hat sich Albrecht Weinberg unermüdlich für Freiheit und Demokratie eingesetzt und unserem Land Versöhnung geschenkt“, schrieb Steinmeier. Er erinnerte an einen gemeinsamen Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen 2022.
Lebensgeschichte als Mahnung
Weinbergs Lebensgeschichte sei eine Mahnung für kommende Generationen, so Steinmeier. Sein Einsatz in Schulen, wo er jungen Menschen von seinem Schicksal erzählte, sei „zutiefst beeindruckend“ gewesen. Weinbergs Entscheidung, das Bundesverdienstkreuz zurückzugeben, sei schmerzhaft gewesen, doch er habe damit die Aufgabe hinterlassen, sich für die Demokratie einzusetzen.
Steinmeier betonte die Verantwortung, für die jüdische Gemeinschaft einzustehen und die Demokratie zu bewahren, gerade in Zeiten zunehmenden Antisemitismus.



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