Walter riester kritisiert reform der privaten Altersvorsorge
Walter Riester, ehemaliger Sozialminister und Namensgeber der Riester-Rente, hat die jüngste Reform der privaten Altersvorsorge kritisiert. in einem Interview mit der „Frankfurter allgemeinen Sonntagszeitung“ bemängelte er, dass eine Chance zur Kostensenkung verpasst wurde. Riester argumentiert, dass eine obligatorische private Altersvorsorge die Vertriebskosten senken könnte, da Kundenberater weniger Überzeugungsarbeit leisten müssten.
Probleme bei der Altersvorsorge
Riester weist darauf hin, dass das Sparen fürs Alter oft mit aktuellen Konsumwünschen konkurriert. Ohne privates Sparen drohe einigen Menschen Altersarmut, da die gesetzliche Rente nicht für alle ausreiche. In solchen Fällen müsse der Staat mit Steuergeldern einspringen.
Kritik am Kostendeckel
Riester äußerte Bedenken über den auf ein Prozent gesenkten Kostendeckel für das Vorsorge-Standardprodukt. Er hält diesen für zu niedrig, da eine gute Beratung bei Altersvorsorgeprodukten wichtig und kostenintensiv sei. Ein zu niedriger Kostendeckel könnte dazu führen, dass anbieter andere Produkte bevorzugen. Er verweist auf die Deutsche Rentenversicherung, die 1,8 Prozent ihrer Beitragseinnahmen für Verwaltungskosten aufwendet.
Garantien und Reformen
Der ehemalige Sozialminister verteidigte die für bestehende Riester-Verträge vorgeschriebene Garantie von 100 Prozent der Beiträge und Zulagen. Er kritisierte, dass die reform auch garantielose Produkte ermögliche. Riester betont die Bedeutung der Sicherheit für Beiträge und Zulagen während der Ansparzeit.
positiv bewertete Aspekte
Positiv sieht riester, dass künftig auch Selbständige und Versicherte in berufsständischen Versorgungswerken in die geförderte Altersvorsorge einbezogen werden. Dies könnte ein erster Schritt sein, Selbständige in die gesetzliche Altersvorsorge zu integrieren. Zudem begrüßt er die Erhöhung und Vereinfachung der Zulagen.
Verbesserungsbedarf bei alten Regelungen
Riester räumt ein, dass die alte Regelung verbesserungswürdig war. Er kritisiert die Komplexität der bisherigen Regelungen, bei denen Sparbetrag und Förderung vier Prozent des Vorjahreseinkommens betragen mussten, um die maximale Förderung zu erhalten.











