EU will bei Lederproduktion nicht mehr gegen Waldrodungen vorgehen

Brasilianischer Regenwald (Archiv)

Die Europäische Kommission plant, die EU-Entwaldungsrichtlinie zu überarbeiten, um die Abholzung von Wäldern effektiver zu verhindern

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Überarbeitung der EU-Entwaldungsrichtlinie

Die Europäische Kommission plant, die EU-Entwaldungsrichtlinie zu überarbeiten. Ziel ist es, die damit verbundene Bürokratie um 75 Prozent zu reduzieren. Kritiker befürchten jedoch eine Abschwächung des Rechtsakts.

Geplante Änderungen

Die EU will das IT-System zur Dokumentation der Richtlinieneinhaltung so anpassen, dass eine Sorgfaltspflichten-Erklärung mehrere Lieferungen abdecken kann. zudem soll klargestellt werden, dass nachgelagerte Unternehmen in der Lieferkette nur für die passive Erfassung und Speicherung relevanter Informationen verantwortlich sind. Leder soll künftig nicht mehr unter die Verordnung fallen.

Kritik von Umweltorganisationen

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), kritisierte die geplanten Änderungen. Er sieht darin einen Erfolg der Lobbyarbeit der Lederindustrie und befürchtet negative Auswirkungen auf den internationalen Waldschutz. Müller-Kraenner betonte die Bedeutung der EU-Entwaldungsverordnung als zentrales Instrument des „Green Deals“ und forderte deren entschlossene Durchsetzung.

Hintergrund zur Entwaldung

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten nationen (FAO) gingen zwischen 1990 und 2020 etwa 420 Millionen Hektar Wald durch Entwaldung verloren. der EU-Verbrauch trägt zu etwa 10 Prozent der weltweiten Entwaldung bei, wobei soja und Palmöl die Hauptverursacher sind. Entwaldung ist für geschätzte zehn bis 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.

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