Datenschützerin warnt vor EU-Plänen für Chat-Überwachung

Junge Leute mit Smartphone (Archiv)

Die Datenschutzbeauftragte Marit Hansen warnt vor EU-Plänen zur Chat-Überwachung und sieht darin einen schweren Eingriff in Nutzerrechte

Gevita Tagesresidenz

Datenschützerin ⁤kritisiert EU-Pläne zur Chat-Überwachung

Warnung ⁤vor⁤ Eingriff in Nutzerrechte

Im Streit um die sogenannte chatkontrolle zur Bekämpfung von Kinderpornografie ⁣hat sich ⁤die Datenschutzbeauftragte von ⁢Schleswig-holstein, Marit ⁤Hansen, gegen einen auf EU-Ebene diskutierten Vorschlag ausgesprochen.Hansen erklärte ‍gegenüber dem‍ „Handelsblatt“, es ⁤handele sich weiterhin um einen schweren Eingriff ⁢in die Rechte ‌der Nutzenden, die damit alle unter‌ Generalverdacht gestellt würden. In ⁤der technischen⁢ Umsetzung wäre ‌dies eine Hintertür, die den Weg in ⁣die ⁤Überwachung sämtlicher Inhalte‍ eröffne.Das missbrauchspotenzial ⁤sei enorm, warnte Hansen.

Position der ⁣Unionsfraktion

Der Vizechef der‌ Unions-Bundestagsfraktion, Günter Krings (CDU), betonte, dass⁣ es mit seiner Fraktion keine anlasslose Kontrolle ​digitaler Chats‌ geben werde. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sei ‍kein Sicherheitsrisiko,sondern ein sicherheitsgewinn,so Krings gegenüber dem ‍„handelsblatt“. ​Diese schütze nicht nur die Privatsphäre, ​sondern auch sensible Daten vor Missbrauch. Krings zeigte sich überzeugt, dass ein ⁤stärkerer Kinderschutz‌ mit dem Schutz‍ privater Kommunikation vereinbar ​sei. Er forderte einen ⁢zügigen‌ Abschluss‍ der Verhandlungen, jedoch nicht auf ‍Grundlage des Vorschlags⁤ der dänischen Präsidentschaft.

SPD fordert klare Positionierung im EU-Rat

SPD-Generalsekretär tim Klüssendorf forderte ‌Bundesinnenminister Alexander ‍Dobrindt ‍(CSU) auf, im EU-Rat ‍gegen die⁣ Pläne zur ​Chat-Kontrolle⁣ aufzutreten. Klüssendorf⁤ erklärte gegenüber den Zeitungen der Mediengruppe‌ Bayern, ​Bundesinnenminister Dobrindt müsse klar Stellung beziehen.Die SPD lehne ‍die Überwachung privater Chats ohne konkreten Verdacht entschieden ab. Der Schutz‌ privater Nachrichten ⁢sei ein ​grundlegendes ⁣Recht. Klüssendorf warnte, der aktuelle EU-Vorschlag könnte‌ dazu führen,⁤ dass ⁣private und‌ verschlüsselte Chats flächendeckend durchsucht werden, selbst ohne⁤ Anlass. Statt pauschaler Überwachungen forderte er zielführendere Wege zur wirksamen Strafverfolgung, ‍ohne alle Nutzerinnen und Nutzer unter Generalverdacht zu stellen.

Bundesjustizministerin ⁤gegen anlasslose Chatkontrolle

Auch ⁢Bundesjustizministerin Stefanie Hubig ⁢(SPD) sprach sich gegen eine anlasslose Chatkontrolle aus. In einem Rechtsstaat müsse private kommunikation⁣ geschützt ⁤bleiben und dürfe nicht unter Generalverdacht stehen. Der Staat dürfe Messenger nicht dazu zwingen, Nachrichten vor Versendung massenhaft ​auf verdächtige Inhalte‍ zu scannen.Solchen Vorschlägen⁣ werde Deutschland auf EU-Ebene nicht​ zustimmen. Hubig betonte, dass auch im Kampf ⁣gegen Kinderpornografie elementare Bürgerrechte gewahrt bleiben müssten. Die Bundesregierung⁣ habe in den ⁤Abstimmungen seit Monaten ​auf​ dieser Position beharrt ‌und werde daran festhalten.

Artikel teilen


AsiaRestaurant SongLong Friedrichsthal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen