Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Henri B. Kagan und Kenso Soai, teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.
Auszeichnung und Begründung
die Preisträger wurden „für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese“ ausgezeichnet.Kagan und Soai hätten ein chemisches Rätsel gelöst, das über ein Jahrhundert lang Chemiker beschäftigt habe: die spontane Entstehung von Homochiralität.Homochiralität beschreibt die Eigenschaft, dass in lebenden Organismen nur eine von zwei möglichen Spiegelbildvarianten von Molekülen wie Aminosäuren vorkommt. Die Akademie hob hervor, dass diese Entdeckung bedeutende Auswirkungen auf die Entwicklung von Molekülen hat, die mit lebenden Organismen interagieren, beispielsweise in der pharmaindustrie.
Beiträge der Preisträger
Henri B. Kagan
Kagan machte 1986 den ersten entscheidenden Schritt.Er entdeckte eine neue Methode zur Manipulation chemischer Reaktionen. Damit ließ sich ein größeres Übergewicht einer der Spiegelbildvarianten erzeugen, als zuvor für möglich gehalten wurde.
Kenso Soai
Soai setzte diesen Fortschritt fort und entwickelte 1995 die erste chemische Reaktion mit dem potenzial zur Homochiralität. Im Jahr 2003 gelang es ihm, eine Reaktion zu präsentieren, bei der nur eine der beiden möglichen Spiegelbildvarianten gebildet wurde. Die Akademie bezeichnete diese Entdeckungen als entscheidend für Chemiker, die reaktionen zur Herstellung von Arzneimitteln entwerfen.
Weitere Nobelpreise
Am Montag hatte das Karolinska-Institut verkündet, dass der Nobelpreis für medizin in diesem jahr an die deutschen wissenschaftler Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Amerikaner Karl Deisseroth geht.Sie wurden „für ihre Entdeckungen im Bereich der lichtgesteuerten Ionenkanäle und der Optogenetik“ ausgezeichnet.
Tags darauf erhielt der US-belgische Astrophysiker Francis halzen den Physik-Nobelpreis „für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube und zur Entdeckung von hochenergetischen neutrinos astrophysikalischen Ursprungs“.
Ausblick und Verleihung
Am Donnerstag wird die Akademie den Träger des Literaturnobelpreises bekanntgeben. Der Träger des Friedensnobelpreises wird am Freitag in Oslo verkündet. In der kommenden Woche folgt der Alfred-nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.
der Nobelpreis gilt als die höchste Auszeichnung in den berücksichtigten Disziplinen und wird jedes Jahr an Alfred Nobels Todestag, dem 10. Dezember, verliehen. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo übergeben, alle anderen Preise in Stockholm.







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