Bahn lässt kaputte Stellwerke bei Generalsanierung außen vor

Bauarbeiten an einer Gleisanlage (Archiv)

Bei der Sanierung der Bahnstrecke von Hagen über Wuppertal nach Köln sollen die acht Stellwerke trotz teils kritischen Zustands unberücksichtigt bleiben

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Sanierung der Bahnstrecke Hagen-Wuppertal-Köln ohne Erneuerung der Stellwerke

Die Deutsche Bahn plant bei der generalsanierung der Strecke von Hagen über Wuppertal nach Köln keine Maßnahmen an den acht Stellwerken entlang der Strecke. Drei dieser Stellwerke befinden sich in einem kritischen,zwei in einem sehr schlechten Zustand. Gesteuert wird der Bahnverkehr auf dem Abschnitt über diese Stellwerke.

Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage

Prioritäten der Deutschen Bahn

Die Pläne gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Freitagausgabe berichtet. „Es sind durch die DB Infrago AG keine Maßnahmen vorgesehen“, heißt es in der Antwort des Ministeriums. Bei der Planung von Generalsanierungen werde entschieden, welche Gewerke den größten Bedarf und den größten zeitlichen Handlungsdruck hätten. Auf der Strecke Hagen-Wuppertal-Köln seien dies der Oberbau und die Bahnhöfe.

Zustand der Stellwerke

Ein Blick in die Antwort auf die Kleine Anfrage zeigt jedoch einen hohen handlungsdruck bei den Stellwerken. Das Stellwerk Schwelm weist eine Zustandsnote von 4,5 auf, das Stellwerk Solingen 4,6 und das Stellwerk Hagen Hauptbahnhof 4,7. Die Stellwerke Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-steinbeck erreichen jeweils die Zustandsnote 6,0.

Nach der Noten-Methodik der DB Infrago entspricht eine vier vor dem Komma der Note „schlecht“ mit „wesentlichen Beeinträchtigungen in einer oder mehreren Qualitätsdimensionen“. Bei der Note sechs bestehen „potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf den Betrieb“, und es wurden „Abhilfemaßnahmen ergriffen, um kritische Vorfälle auszuschließen“.

Kritik der Grünen an sanierungsplänen

Vorwurf der „Schummel-Sanierung“

Der Grünen-Abgeordnete Matthias Gastel kritisierte, dass trotz der schlechten Zustandsnoten zwischen Köln und Hagen kein einziges Stellwerk ersetzt werden soll. „In Bezug auf die Stellwerke ist diese Generalsanierung eine Schummel-sanierung“, sagte er.

Dieses Wort hatte der heutige Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange (CSU) in Oppositionszeiten im Zusammenhang mit den Korridorsanierungen verwendet. gastel forderte: „Es wird Zeit, dass Herr Lange endlich aufwacht und die Deutsche bahn steuert, so wie er es zu Oppositionszeiten gefordert hat.“

Begründung der Deutschen Bahn und Reaktion Gastels

Nach angaben der Bahn liegt die ausbleibende Erneuerung der Stellwerke an der kurzen Vorlaufzeit für die planung und daran, dass sich kein bestehendes Stellwerksprojekt in Planung befunden habe.Der Verkehrspolitiker Gastel, der bis vor Kurzem noch im Aufsichtsrat der DB Infrago saß, widersprach dieser Darstellung.„Der Zeitplan für die Generalsanierungen ist seit 2024 spätestens festgelegt, es wäre genug Zeit gewesen“, sagte er.

Weitere Infrastrukturmaßnahmen auf der Strecke

Kein ETCS-Ausbau auf dem Abschnitt

Auch das neue zugbeeinflussungssystem ETCS soll auf der Strecke Hagen-Wuppertal-Köln nicht eingebaut werden.

Bahnhofssanierungen nur teilweise umfassend

Selbst bei den Bahnhöfen will die Bahn in den vorgesehenen sechs Monaten nicht alle Maßnahmen vollständig umsetzen. Zwar sollen an allen insgesamt zwölf Stationen der Strecke Arbeiten stattfinden. Jedoch sollen nur die sechs Bahnhöfe an der Hauptstrecke komplett saniert werden. Vier dieser Bahnhöfe sollen zu sogenannten „Zukunftsbahnhöfen“ entwickelt werden, die Bahnhöfe in Solingen und Ennepetal vorerst nicht.

Die Arbeiten an den sechs S-bahn-Stationen sollen einer Bahn-Sprecherin zufolge „gesamthaft bis Ende 2027″ umgesetzt werden.Zu diesem zeitpunkt wäre die Korridorsanierung – sofern alles planmäßig verläuft – bereits seit rund anderthalb Jahren abgeschlossen.

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