Wehrdienst: Koalition behält sich „Zufallsverfahren“ vor

Bundeswehr-Soldat mit G36 (Archiv)

Die schwarz-rote Koalition behält sich eine Wehrpflicht mit Losverfahren vor, falls sich für den neuen Wehrdienst nicht genug Freiwillige finden

Gevita Tagesresidenz

Mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht per Losverfahren

Die ‍schwarz-rote Koalition aus CDU/CSU und ⁣SPD behält‌ sich vor, eine⁤ Wehrpflicht mit Losverfahren einzuführen, falls sich mit‌ dem geplanten‍ neuen Wehrdienst nicht genügend‌ Freiwillige⁢ finden. Dies geht aus einem⁢ Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen für den Gesetzentwurf hervor, über den die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks ⁣Deutschland“ berichten.

Regelungen zur Bedarfswehrpflicht

Entscheidungsbefugnis des Bundestages

In dem Änderungsantrag ⁣heißt es, in Paragraph 2a werde festgelegt, dass​ der Deutsche Bundestag über die Einsetzung einer Bedarfswehrpflicht entscheidet. Dies solle insbesondere dann ‌gelten, wenn die verteidigungspolitische ‍lage oder die Personallage der⁤ Streitkräfte dies erforderlich mache. Auf diese Weise solle sichergestellt werden,⁣ dass‍ der Gesetzgeber auf Entwicklungen bei diesen Parametern reagieren kann, um den notwendigen Aufwuchs der‍ Streitkräfte zu ⁢gewährleisten.

Zufallsverfahren ohne Automatismus

Für den Fall, dass die Zahl der zur Verfügung stehenden Wehrpflichtigen den⁢ Bedarf überschreitet, kann laut Antrag ein Zufallsverfahren für⁣ die‍ Auswahl ⁣vorgesehen werden, wenn alle ​anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Zugleich wird⁣ betont, dass es ausdrücklich keinen Automatismus zur Aktivierung⁢ der⁤ Wehrpflicht geben werde.

Ziele für‌ den Aufwuchs ⁤der Bundeswehr

Personalumfang und Nato-Zusagen

Weiter heißt ‌es in dem ‍Änderungsantrag, Ziel sei ⁤ein ambitionierter Aufwuchs der Bundeswehr. Hierzu sollen klar definierte Zielkorridore gesetzlich verankert werden. Grundlage bilden die gegenüber der Nato zugesagten zusätzlichen Fähigkeiten, die‌ einen⁣ Gesamtumfang von mindestens 260.000 aktiven Soldatinnen und ⁣Soldaten ‌sowie mindestens 200.000 Reservistinnen‌ und‍ Reservisten erfordern.

Der Zielkorridor für die aktiven Soldatinnen und Soldaten bis zum Ende ⁤der Legislaturperiode 2029 liegt demnach zwischen 198.000 und‍ 205.000.

Parlamentarische Kontrolle

Die parlamentarische Kontrolle soll durch⁣ eine halbjährliche‌ Berichtspflicht⁤ des Bundesministeriums ⁣der Verteidigung⁢ gegenüber dem‌ Deutschen Bundestag⁤ sichergestellt werden.

Verpflichtende Musterung und Anreize für den Wehrdienst

Musterung ​ab ⁢Jahrgang 2008

Die verpflichtende Musterung der ⁤ab⁢ dem ⁣1. januar 2008 geborenen Männer​ beginnt nach den Plänen mit dem inkrafttreten des Gesetzes.

Finanzielle Anreize und Zuschüsse

Der freiwillige ‍Wehrdienst soll ‍finanziell ⁢attraktiver ‌ausgestaltet werden. Der Sold soll auf​ mindestens 2.600 ⁣euro brutto festgelegt werden.‌ Zusätzlich sollen gesetzliche Regelungen geschaffen werden, ‍die einen Zuschuss von bis zu 3.500 Euro ⁣für den ⁢erstmaligen Erwerb der Fahrerlaubnis der Klasse B oder von‍ bis zu 5.000 Euro für den erstmaligen Erwerb der‌ Fahrerlaubnis der Klassen C oder C1 ermöglichen. Ziel ‌ist eine⁣ verstärkte freiwillige ⁤Personalgewinnung.

Weiteres Gesetzgebungsverfahren

Der Entwurf soll am 3.⁤ dezember ⁣abschließend vom ⁣verteidigungsausschuss des Bundestages beraten und‌ am 5.Dezember ​vom Plenum beschlossen werden. insbesondere ⁣die Union hatte ​zuvor auf mehr Verbindlichkeit ​und eine ⁣mögliche Wehrpflicht​ gedrängt.

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