Entwicklungspolitik im Umbruch
Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) sieht die globale Entwicklungspolitik im Umbruch. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ erklärte sie, dass wichtige Akteure sich neu orientierten. China betreibe Entwicklungszusammenarbeit als Geschäft, während die USA nach der Zerschlagung der Entwicklungsbehörde USAID Anfang 2025 auf schnelle eigenrendite setzten. Alabali-Radovan kritisierte diese Ansätze als zu kurz gedacht und betonte die Bedeutung von Stabilität, Resilienz und Prävention.
Folgen des Iran-Kriegs
Die Ministerin äußerte sich auch zu den Auswirkungen des Iran-Kriegs. Die Blockade der Straße von Hormus habe weltweit gravierende Folgen, besonders für ärmere Länder im Globalen Süden.Grundnahrungsmittel würden unbezahlbar und fehlender Dünger gefährde die Ernte. Das Welternährungsprogramm warne, dass bis zu 45 Millionen Menschen betroffen sein könnten. Alabali-Radovan forderte verstärkte diplomatische Bemühungen zur Lösung der Situation.
reform der deutschen Entwicklungspolitik
Angesichts der Kürzungen im Etat betonte Alabali-Radovan die Notwendigkeit, dass Deutschland verlässlich bleibe. Sie habe eine Reform der deutschen Entwicklungspolitik eingeleitet, um trotz begrenzter Mittel effektiv zu bleiben. die Ministerin kündigte an, die Entwicklungszusammenarbeit zukunftsfest zu machen, mit einem Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit. Ein Schulernährungsprogramm solle bis 2030 100 Millionen Kinder erreichen. Zudem wolle man den Wiederaufbau in der Ukraine, Syrien und Gaza unterstützen und die Partnerschaft mit dem globalen Süden stärken. Eine entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission solle einberufen werden.



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