Uneinigkeit bei Bundesministerien zur CSD-Beflaggung
Die Bundesministerien zeigen sich in diesem Jahr uneins bei der Beflaggung zum Christopher Street Day (CSD). Dies ergab eine Anfrage des „Tagesspiegels“. Neun Ministerien, darunter das Umwelt-, Innen- und Gesundheitsministerium, planen, am 17. Mai die Regenbogenfahne zu hissen.
Pläne der Ministerien
Zum Berliner CSD am 25. Juli wollen das Familien- und Verteidigungsministerium die Fahne hissen,ebenso der Bundesrat. Das Auswärtige Amt und das Verkehrsministerium verzichten vollständig darauf. Das Bundeskanzleramt plant ebenfalls keine Beflaggung. Das Digitalministerium hat noch keine Entscheidung getroffen. Das Wirtschaftsministerium plant die Beflaggung am 19.Mai. Das Landwirtschaftsministerium äußerte sich nicht.
Kritik und Hintergrund
Einige Ministerien lassen offen, ob sie den Vorgaben des Bundesinnenministeriums folgen, nur an einem Tag zu hissen. Die Grünen kritisieren dieses Vorgehen. Nyke Slawik, queerpolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete es als „todespeinlich“ und „brandgefährlich“. Die Kriminalstatistik zeige eine Zunahme von Angriffen auf queere Menschen.
Seit 2005 wird am 17. Mai der Internationale Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie begangen. Das Datum erinnert an die Streichung von Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der WHO 1990 und an den Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuchs. Der Christopher Street Day erinnert an den Stonewall-Aufstand in New York, der als Beginn der modernen Protestwelle für die gleichberechtigung queerer Menschen gilt.



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