Gescheiterte Vermittlung beim FCAS-Projekt
Der letzte Vermittlungsversuch im deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekt FCAS ist gescheitert. Mediatoren konnten keine Einigung erzielen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Es existieren sogar zwei unterschiedliche Ergebnisberichte.
Politische Reaktionen und Entscheidungen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird sich am Wochenende über die Situation informieren und bis Dienstag eine Entscheidung treffen. Am Donnerstag und Freitag der kommenden Woche steht ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim informellen Gipfel der Staats- und Regierungschefs auf Zypern an.
Hintergrund des Streits
Im Streit um die Führungsrolle des Projekts wurden Ende März der frühere Chef des Panzerbauers KMW und der ehemalige französische Rüstungsmanager Laurent Collet-Billon beauftragt, eine Lösung zu finden. Die französische Seite drohte erneut mit einem Wahlsieg des Rassemblement National, der kooperative Rüstungsprogramme beenden könnte. Zudem wurde mit einem Aus des gemeinsamen Panzerprojekts MGCS gedroht, falls FCAS nicht fortgeführt wird.
Industrielle und politische bedenken
In Industriekreisen gibt es Befürchtungen, dass Merz von Macron überzeugt werden könnte, das Projekt fortzusetzen. Volker Mayer-Lay (CDU), Berichterstatter der Unionsfraktion für die Luftwaffe, äußerte im „Handelsblatt“, dass die Hängepartie beendet werden müsse. Sollte die Mediation kein positives Ergebnis bringen, sei das Projekt FCAS in der aktuellen Form am Ende. Mayer-Lay fordert eine „Zwei-Fighter-Lösung“, bei der Deutschland und Frankreich jeweils ein eigenes Kampfflugzeug entwickeln.


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