Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt, dass die Politik der AfD nach der landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Wirtschaft des Bundeslandes erheblich beeinträchtigen könnte. Am Dienstag veröffentlichte das IWH eigene Berechnungen, wonach Sachsen-Anhalt infolge eines „fremdenfeindlichen Klimas“ in der nächsten Legislaturperiode Tausende Arbeitskräfte und eine Wertschöpfung von bis zu 3,2 Milliarden Euro entgehen könnten.
Berechnungen des IWH
Die Studie des IWH geht von einer deutlichen Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation aus, falls sich ein „fremdenfeindliches Klima“ verstetigt. Das Institut nennt eine mögliche Wertschöpfungslücke von bis zu 3,2 Milliarden Euro.
Prognosen bis 2031
Das IWH schätzt, dass am Ende der nächsten Legislaturperiode im Jahr 2031 bei einer Fortführung der aktuellen Politik 32.000 Beschäftigte fehlen könnten. Eine gegen Migration gerichtete Politik könnte die Lücke auf 46.000 fehlende Beschäftigte anwachsen lassen.
Demografische Lage und Integration
das IWH weist darauf hin, dass Sachsen-Anhalt vom demografischen Wandel besonders stark betroffen ist. Der ausländeranteil bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehört bundesweit zu den niedrigsten. Gleichzeitig stabilisiere die Integration von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren den Arbeitsmarkt.
Betroffene Branchen
Nach Angaben des IWH wären besonders Branchen wie die Lebensmittelzubereitung, die Gastronomie, der Tiefbau, die Logistik sowie die Human- und Zahnmedizin betroffen.
Aussage des IWH-Präsidenten
IWH-Präsident Reint Gropp sagte, das Land habe eine der ältesten Beschäftigtenstrukturen Deutschlands. Wenn die Politik Stimmung gegen Zuwanderung mache, würden Tausende zusätzliche Stellen unbesetzt bleiben. Das könne zu einem spürbaren Wohlstandsverlust führen.
Politischer Kontext
Nach der Landtagswahl am 6. september ist laut Umfragen eine AfD-Alleinregierung in greifbarer Nähe.


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