IW-Studie: Geringverdiener ziehen Hunderttausende aus dem System

Arbeitsamt (Archiv)

Geringverdiener in Deutschland erhalten über ihr Leben hinweg mehr soziale Leistungen, als sie an Steuern und Abgaben zahlen

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Soziale Umverteilung in Deutschland

Geringverdiener und sozial Schwache in Deutschland erhalten im Laufe ihres Lebens mehr soziale und öffentliche Leistungen, als sie an Steuern und Sozialabgaben einzahlen.Dies berichtet die „Bild am sonntag“ unter Berufung auf Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Leistungen und Abgaben

Personen im ärmsten Viertel der Bevölkerung erhalten durchschnittlich 1,08 Millionen Euro an Sozial- und öffentlichen Leistungen. Dazu zählen Rente,Gesundheits- und Pflegeleistungen sowie Wohngeld,Bürgergeld und der Schulbesuch. Demgegenüber stehen durchschnittlich 300.000 Euro an gezahlten steuern und Sozialabgaben.

Vergleich mit dem reichsten viertel

Das reichste Viertel der Bevölkerung zahlt im Durchschnitt zwei Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben,während die erhaltenen Leistungen bei durchschnittlich 720.000 Euro liegen.

Stellungnahme des IW-Experten

IW-sozialstaatexperte Martin Beznoska erklärte gegenüber der „Bild am Sonntag“, dass das deutsche Steuer- und Sozialsystem einen hohen Grad an Umverteilung aufweise. Personen mit geringem Einkommen profitierten stark von den Sozialleistungen. Beznoska betonte, der Sozialstaat sei im Prinzip gerecht und helfe den Schwachen, während die Starken bereits stark belastet würden. Eine weitere Umverteilung sei nicht notwendig.

empfehlungen für den Sozialstaat

Beznoska begrüßte die Ergebnisse der Sozialstaat-Kommission und betonte,dass das Ziel des sozialstaats sein müsse,möglichst viele Menschen in die Lage zu versetzen,von ihrer eigenen Arbeit leben zu können.Ein gutes Bildungssystem und verbesserte Arbeitsanreize bei Steuern und Sozialleistungen seien dafür entscheidend.

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