Ischinger plädiert für deutsche Waffenlieferungen an Polen
Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, hat sich für deutsche Waffenlieferungen an Polen ausgesprochen.In einem Interview mit der „Welt“ erklärte Ischinger, dass Polen als Frontstaat eine besondere Rolle einnehme und verwies auf die ungelöste Reparationsfrage aus polnischer Sicht.
Vorschlag für Waffenlieferungen
Ischinger schlug vor, Deutschland könnte in Anerkennung der Frontstaatrolle Polens ein U-Boot, eine Fregatte oder einige Kampfpanzer an Warschau übergeben. Er betonte, dass die Verteidigungsleistung Polens auch Deutschland schütze. „Wir haben jetzt viel Geld für verteidigung – ein kleiner Teil davon geht nach Polen. Den Gedanken finde ich zündend“, so Ischinger.
Steigende Verteidigungsausgaben
Ischinger wies darauf hin, dass die steigenden deutschen verteidigungsausgaben in den Nachbarstaaten Bedenken hervorrufen könnten. Er erklärte, dass Deutschland in den kommenden Jahren mehr als doppelt so viel wie Frankreich für sein Militär ausgeben werde. In Gesprächen mit Partnern in Paris und Polen spüre er manchmal alte vorbehalte und die Sorge vor deutscher Dominanz.
Verteidigungsfähigkeit Europas
Ischinger forderte die Bundesregierung auf, den Partnern zu verdeutlichen, dass die Investitionen nicht auf eine dominante Rolle abzielen, sondern darauf, Europa verteidigungsfähig zu machen. Er betonte, dass die Ambition, die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas zu machen, kein Selbstzweck sei, sondern ein Beitrag zur Verteidigung aller auf dem Kontinent. Deutschland müsse dabei mit Fingerspitzengefühl vorgehen.











