Sorge der Deutschen vor Klimawandel nimmt zu
Eine auswertung des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durch das DIW Berlin zeigt, dass die Sorge der Deutschen vor den Folgen des Klimawandels seit 2009 stark zugenommen hat. Diese liegt jedoch unter dem Niveau der Umweltsorgen aus den 1980er-Jahren, wie die Funke-Mediengruppe berichtet.
Entwicklung der Klimasorgen
Seit 2009 wird im rahmen des SOEP erfasst, in welchem Ausmaß Menschen sich wegen des Klimawandels sorgen. Das DIW-Team hat 2009 als Referenzjahr festgelegt und Standardabweichungen berechnet.Eine Abweichung von 0,1 Punkten gilt als klein, 0,5 als groß. Seit 2013 zeigt sich ein Aufwärtstrend: 2022 lag die Abweichung bei über 0,4 Punkten, 2023 knapp darunter. Die Kurve der Klimasorgen verläuft fast parallel zu den Sorgen über den Zustand der Umwelt,die seit 1984 erfasst werden.
Generationsübergreifende Besorgnis
Jüngere Jahrgänge zeigen sich besorgter über den Klimawandel als ältere. Dennoch wächst das Bewusstsein über alle Generationen hinweg. Franziska Holz, stellvertretende Leiterin der Abteilung energie, Verkehr und umwelt und Mitautorin der Untersuchung, erklärte, dass das Grundniveau der Sorgen in den letzten jahren deutlich höher sei als zu Beginn der Datenreihe. Heute 70-Jährige machen sich mehr Sorgen als vor zehn Jahren.
Vergleich mit umweltsorgen der 1980er-Jahre
Während die Klimasorgen zunehmen, spielten Umweltängste in der vergangenheit eine größere Rolle. 1987, nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, lagen die Umweltsorgen bei 0,65 Punkten Abweichung. Themen wie Luftverschmutzung und saurer Regen waren damals bedeutender. Nach Tschernobyl stieg die Besorgnis stark an.
Hintergrund der Studie
Das SOEP ist eine sozialwissenschaftliche Langzeitstudie, die jährlich Menschen in 20.000 Haushalten in Deutschland zu verschiedenen Themen befragt. Die ausgewerteten Daten reichen bis 2023.



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