Kritik an Aufrüstungstempo
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, äußert vor der Münchner Sicherheitskonferenz Kritik am langsamen tempo der deutschen und europäischen Aufrüstung. Trotz der Ausnahmeregelung für Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse sei die Kampfkraft der Bundeswehr kaum verbessert, so Wüstner in der „Welt“. Neue Waffensysteme und Munition würden zwar beschafft, jedoch zu langsam.
Strukturelle Veränderungen gefordert
Wüstner fordert eine grundlegende Umgestaltung der Bundeswehr. Im Alarmfall dürfe es keine lange Umgliederung von der Friedens- in die Verteidigungsaufstellung geben.Die Struktur müsse an die Verteidigungsanforderungen angepasst werden, was auch Änderungen in der Organisations- und Personalstruktur nach sich ziehe.
Europäische Verbündete in der Kritik
Auch bei europäischen Verbündeten sieht Wüstner Defizite. Es fehlten klare Aufrüstungspläne und steigende Verteidigungshaushalte,insbesondere in Frankreich und Großbritannien. Skandinavische und osteuropäische Länder seien hier weiter.
Personalziele und Rüstungsindustrie
Die von Verteidigungsminister Boris Pistorius angestrebte Personalzahl von 260.000 aktiven Soldaten und 200.000 Reservisten hält Wüstner für zu niedrig. Die Rekrutierung allein über Freiwilligkeit sei unrealistisch. Auch in der Rüstungsindustrie sieht Wüstner Defizite bei der termingerechten und qualitativen Lieferung.
Vertrauen in Verteidigungsminister pistorius
Verteidigungsminister Pistorius genieße das Vertrauen der Truppe und habe die Unterstützung des Kabinetts und des Parlaments. Wüstner betont jedoch, dass pistorius liefern müsse und die Bodenhaftung nicht verlieren dürfe.











