Bundesregierung prüft Reform des Übernahmerechts

Finanzministerium (Archiv)

Die Bundesregierung erwägt nach dem Angebot von Unicredit an die Commerzbank neue Regeln für Übernahmen in Deutschland. <h3>Einleitung</h3>

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Die Bundesregierung erwägt nach dem Dumpingangebot der italienischen Großbank Unicredit für die Commerzbank neue Regeln für Übernahmen in Deutschland. „Das BMF prüft derzeit, ob eine Anpassung des bestehenden Übernahmerechts erforderlich ist“, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums dem „Handelsblatt“. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Prüfung des Bundesfinanzministeriums

Stand der prüfung

Das Bundesfinanzministerium (BMF) prüft mögliche Anpassungen des Übernahmerechts. eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte die laufende Prüfung gegenüber dem „Handelsblatt“. Ein Abschluss der Prüfung liegt noch nicht vor.

Details zur Unicredit-Transaktion

Anteilserwerb und angebot

Unicredit hatte bis Mai 2026 einen Anteil von knapp unter 30 Prozent an der Commerzbank aufgebaut. Danach legte die Mailänder Großbank ein freiwilliges Übernahmeangebot vor. Das Angebot enthielt keinen nennenswerten Aufschlag auf den Aktienkurs des Frankfurter Instituts.

Folgen des Angebots

Nach der Umsetzung des Angebots, die bis Jahresende erwartet wird, wird Unicredit die Marke von 30 prozent überschreiten. anschließend kann das Mailänder Geldhaus flexibel weitere Anteile kaufen und die Kontrolle bei der commerzbank übernehmen.

Kritik und internationale Vergleiche

Kritik an schrittweisen Übernahmen

Experten und Beteiligte kritisierten die schrittweise kontrollübernahme mithilfe von Dumpingangeboten. Die Vorgehensweise wurde als „low ball offers“ bezeichnet. Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann monierte im August,unicredit habe mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreicht,ohne eine angemessene Kontrollprämie zu bezahlen.

Vergleich mit anderen Übernahmen und Ländern

Nach diesem Muster sind zuletzt auch der britische Handelskonzern Fraser bei der Übernahme von Hugo Boss sowie das italienische Medienunternehmen MediaForEurope beim Kauf von ProSiebenSat.1 vorgegangen. Kritiker verwiesen darauf, dass andere Länder restriktiver seien, etwa die USA und Großbritannien.

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