Gregor Gysi fordert klare Positionierung der Linken im antisemitismus-Streit
Der frühear Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, drängt seine Partei zu einer klaren Positionierung im internen Streit über Antisemitismus. „Solche Machtkämpfe sind nie gut für eine Partei“, sagte Gysi dem „spiegel“. Er betonte die Notwendigkeit, den machtkampf bis zum Bundesparteitag im juni zu Ende zu führen.Dort müsse sich die Mehrheit klar gegen Antisemitismus positionieren.
Warnung vor Parteischäden
Gysi warnte, dass der anhaltende Streit über den Nahostkonflikt der Partei schaden könnte. Die ständige Beschäftigung damit lenke von den Kernthemen der Linken ab, wie soziale Gerechtigkeit und erschwingliches Wohnen. Nach einem Parteitagsbeschluss müsse die Partei schnell zu diesen Themen zurückkehren, um Wähler nicht zu verlieren. „Sonst werden sich viele Menschen wieder von uns abwenden“, sagte Gysi.
Rassismusvorwürfe und Selbstkritik
Gysi verwahrte sich gegen Rassismusvorwürfe aus der eigenen Partei, übte jedoch auch Selbstkritik. „Ich gebe zu, dass meine Wortwahl nicht so glücklich war. Das tut mir auch leid“, sagte er. Er hätte differenzierter über migrantische Mitglieder sprechen sollen und auch junge, deutsche Mitglieder ohne Migrationshintergrund erwähnen müssen, die ähnliche Ansichten vertreten.
Reaktion auf Kritik
In einem Interview hatte Gysi erklärt, dass viele Menschen mit „spezifischem Migrationshintergrund“ in die Partei gekommen seien, die teils falsche Sichten auf Israel mitbrächten.Daraufhin warfen ihm über 200 Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft Migrantische Linke vor, „rassistische Narrative“ zu reproduzieren. Gysi wies dies als „so etwas von absurd“ zurück und bot ein Gespräch an, auf das er bisher keine Antwort erhalten habe.











