Widerrufsprüfverfahren für syrische Flüchtlinge
Fast alle syrischen Flüchtlinge in Deutschland behalten ihren schutztitel auch nach einem Widerrufsprüfverfahren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf). im Jahr 2025 wurden 17.767 solcher Verfahren durchgeführt, wie das Bamf mitteilte. Dabei wurde lediglich 659 Syrern der Schutztitel entzogen. In 17.108 Fällen entschied sich das Bamf gegen eine Rücknahme.
Aktuelle Entwicklungen
In diesem Jahr setzt sich der Trend fort: Von 2.280 Widerrufsprüfverfahren führten nur 253 zu einem Entzug des Schutztitels. 2.027 Syrer behielten ihren Schutztitel. Derzeit stehen noch 19.841 Verfahren zur Entscheidung aus. Ein Widerrufsprüfverfahren wird insbesondere bei Straftätern und Gefährdern eingeleitet, aber auch, wenn syrische Flüchtlinge ihre Heimat besuchen.
Gründe für geringe Widerrufe
Bamf-Kreise erklären die niedrige Zahl der Widerrufe damit, dass Heimreisen teilweise gerechtfertigt sind, etwa bei der Beerdigung eines Familienangehörigen.Zukünftig könnte es jedoch zu häufigeren Widerrufsprüfverfahren kommen, falls Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) anlasslose Prüfungen wieder einführt.
Ausblick
Schätzungsweise bis zu 600.000 Syrer haben in Deutschland einen Schutztitel. Aufgrund der veränderten Lage in Syrien nach dem Ende des Bürgerkriegs könnte es häufiger zur Aberkennung von Schutztiteln kommen. Bund und Länder müssten dann auch auf regelmäßige Abschiebungen vorbereitet sein. Der Besuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin wird mit Spannung erwartet. Dabei sollen Vereinbarungen zur Rückführung von Syrern getroffen werden. Ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist für Ende des Monats geplant.











