Bastian Pastewka über Herausforderungen in historischen kriminalhörspielen
Bastian Pastewka äußerte sich in einem Interview mit der Neuen osnabrücker Zeitung zu den Herausforderungen bei der Produktion seines Podcasts für historische Kriminalhörspiele. Besonders die Rollenbilder der 1950er Jahre stehen im Fokus seiner Kritik.
Rollenbilder und Geschlechterverteilung
Pastewka betonte, dass die Rollen der Frauen in den Kriminalhörspielen der 1950er Jahre oft unterrepräsentiert seien. „Unsere größte Sorge bei den ‚Kein Mucks‘-Hörspielen ist die Rolle der Frau“, sagte er. Er sei froh, wenn überhaupt eine Frau mitspiele, da die Krimis dieser Zeit vorwiegend von Männern dominiert wurden. Pastewka lobte Evelyn Hamann, die vor ihrer Zusammenarbeit mit Loriot auch in Hörspielen von Radio bremen mitwirkte.
Umgang mit rassistischen Stereotypen
Beim Umgang mit rassistischen stereotypen in alten Produktionen setzt Pastewka auf Einordnung statt Zensur. Er erklärte, dass problematische Passagen gesendet würden, wenn das Hörspiel insgesamt gut sei. Als Beispiel nannte er eine Sherlock-Holmes-Produktion, in der Sinti und Roma unter Verdacht stehen. Die Redaktion setze auf Transparenz und sensibilisiere das Publikum mit einer Triggerwarnung.
Tempo und technische Aspekte
Pastewka widersprach dem Vorurteil, alte Produktionen seien zu langsam für heutige Seh- und Hörgewohnheiten. Er betonte, dass viele Hörspiele der damaligen Zeit auf Tempo ausgelegt waren, da sie sich an internationalen vorbildern orientierten.Die Kürze der Stücke sei zudem technisch bedingt gewesen, um das Publikum nicht mit dem Rauschen der schwachen Sendeübertragungen zu belasten. Im Vergleich dazu wirke die heutige Norm von 90 Minuten entschleunigt.










