EU-Energieimporte aus den USA übertreffen Zusagen
Die Europäischen Union importierte im vergangenen jahr Energierohstoffe im Wert von 58,8 Milliarden Euro aus den USA. Dies entspricht etwa 66,4 Milliarden Dollar, berichtet die „welt am Sonntag“ unter berufung auf Eurostat-Daten. Im Rahmen eines Zoll-Deals mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump hatte die EU zugesagt, zwischen 2026 und 2028 Energie im Wert von insgesamt 750 Milliarden Dollar aus den USA zu beziehen.
Herausforderungen bei der Umsetzung des Abkommens
Um die vereinbarung zu erfüllen, müsste der jährliche importwert auf 250 Milliarden Dollar steigen, was eine Vervierfachung im Vergleich zu 2025 bedeuten würde. Das Abkommen liegt jedoch auf Eis, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA intervenierte und Trump neue Zölle ankündigte. Das EU-Parlament hat die Ratifizierung vertagt, bleibt aber grundsätzlich am Abkommen interessiert.
Expertenmeinung und Marktanteile
Hans-Wilhelm Schiffer, Honorarprofessor für Energiewirtschaft an der RWTH Aachen, äußerte Zweifel an der Erreichbarkeit der Ziele. Er erklärte, dass der Einfuhrwert für Energie aus den USA im Vergleich zu 2024 gesunken sei. Die EU importierte Kohle für 2,6 Milliarden Euro, Öl für 32 Milliarden Euro und Flüssiggas für 24,2 milliarden Euro aus den USA. Die USA waren mit 52,5 Prozent der wichtigste Flüssiggas-Lieferant Europas, gefolgt von Russland mit 16 Prozent.
Ausblick auf zukünftige Importe
Die EU plant, Energieimporte aus Russland ab November 2027 einzustellen, was den US-Lieferanten einen größeren marktanteil verschaffen könnte. Dennoch bleibt die Erfüllung der 250-Milliarden-Dollar-Zusage herausfordernd. Schiffer betonte, dass der Anteil der US-Importe an den gesamten Energieimporten der EU von 19,4 Prozent im Jahr 2025 auf über 50 Prozent in den Jahren 2026 bis 2028 steigen müsste, um die Abkommensziele zu erreichen.











