Überlastung der Strafjustiz im Norden und Westen Deutschlands
Die Strafjustiz im Norden und Westen Deutschlands ist laut dem Deutschen Richterbund (DRB) besonders stark überlastet.In Hamburg stieg die Zahl der offenen Fälle seit 2020 um 161 Prozent auf 76.637. Die Neueingänge bei der Staatsanwaltschaft Hamburg erreichten 2025 mit rund 186.000 Fällen einen Höchststand.
Situation in Nordrhein-Westfalen
Auch in Nordrhein-Westfalen verzeichnen die Strafverfolger stark steigende Fallzahlen. 2025 wurden erstmals über 1,3 Millionen neue Verfahren registriert. Die Zahl der offenen Verfahren stieg von 177.846 im Jahr 2020 auf fast 300.000 Ende 2025, ein Anstieg um 69 Prozent.
Bundesweite Entwicklung
Der DRB berichtete, dass bundesweit Ende 2025 erstmals die Marke von einer Million offener Verfahren überschritten wurde. DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn betonte, dass ohne zusätzliches Personal die Staatsanwaltschaften den Verfahrensberg nicht abtragen können. Dies führe dazu, dass mutmaßliche Straftäter häufiger aus der Untersuchungshaft entlassen werden.
Forderungen des deutschen Richterbundes
Rebehn forderte Bund und Länder auf,die Strafjustiz personell zu verstärken. Bundesweit fehlen 2000 Staatsanwälte und Strafrichter, allein in Nordrhein-Westfalen werden rund 350 zusätzliche Strafverfolger benötigt.
Entwicklung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein
In Niedersachsen stieg die Zahl der unerledigten Verfahren von 57.937 im Jahr 2020 auf 81.078 Ende 2025, ein Anstieg von 40 Prozent. In Schleswig-Holstein wuchs die Zahl der offenen verfahren um 49 Prozent auf 40.026. Die Neueingänge in Schleswig-Holstein waren zuletzt leicht rückläufig.










