Neuanfang im Fallschirmjägerregiment 26
Der neue Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken, Oberst Martin Holle, hat seine Soldaten aufgefordert, sich aktiv an einem Neuanfang zu beteiligen und mögliche Missstände zu melden. In einem internen Brief vom 19.Januar, über den der „Spiegel“ berichtet, ordnete Holle eine anonyme Umfrage zur inneren und sozialen Lage im Regiment an. Er ermutigt seine rund 1.700 Soldaten, Missstände offen und ehrlich zu schildern. „Nur wer sich einbringt, kann etwas verändern“, schreibt Holle.
Hintergrund der Missstände
Das Regiment war kürzlich wegen Disziplinarermittlungen in die Schlagzeilen geraten. Aufgedeckt wurden Fälle von sexueller Belästigung, rechten Umtrieben und drogenkonsum. 55 soldaten gelten als Beschuldigte, gegen 16 ermittelt die Staatsanwaltschaft.Neun Soldaten wurden bereits entlassen, bei weiteren ist die Entfernung aus der Truppe beantragt.
Maßnahmen zur Aufklärung
Mit der anonymen Umfrage kommt Holle einer von Verteidigungsminister Boris Pistorius angeordneten Dunkelfeldstudie zuvor, die die Verbreitung sexueller Belästigung in der Bundeswehr untersuchen soll. Holle warnt davor, die Medien für den Reputationsverlust verantwortlich zu machen. Das Problem sei das Fehlverhalten einiger weniger, so Holle.
Geplante Reformen
Am kommenden Mittwoch will der Inspekteur des Heeres einen aktionsplan für die Luftlandetruppe vorstellen. Geplant sind verschärfte Dienstaufsicht und strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Führbarkeit sowie verbesserte Präventionsmaßnahmen.











