Begleitet von der kompletten Mannschaft und den schallenden „Fußballgott“-Rufen aus der Virage Est, endete die Drittliga-Karriere einer der größten Identifikationsfiguren der blau-schwarzen Vereinsgeschichte.
Fast 18 Jahre nach seinem ersten Einsatz unter Dieter Ferner zieht der 35-Jährige einen Schlussstrich unter seine aktive Laufbahn. Mit deutlich über 400 Pflichtspielen im FCS-Trikot hat der gebürtige Völklinger eine Bestmarke für die Ewigkeit gesetzt. Seine Karriere spiegelt die jüngere Historie des Traditionsvereins wider: Zeitz erlebte den tiefen Fall in die Viertklassigkeit, führte das Team zurück in den Profifußball und war zentraler Bestandteil unvergesslicher Erfolge – allen voran der historische DFB-Pokal-Sieg gegen den FC Bayern München in der Saison 2023/24.

Zeitz fiel auf dem Platz selten durch laute Töne auf, bestach stattdessen durch enorme Verlässlichkeit, taktische Disziplin und bedingungslose Loyalität. Er verkörperte die saarländische Bodenständigkeit und lebte die Identifikation mit dem Verein vor, in dessen Fankurve er einst selbst als Jugendlicher stand. Selbst als sein Stammplatz in der Endphase seiner Karriere zeitweise wackelte, blieb der „Capitano“ der unangefochtene Ankerpunkt im Mannschaftsgefüge.
Dem 1. FC Saarbrücken bleibt seine Vereinsikone glücklicherweise erhalten. Nach dem Ende der laufenden Saison übernimmt Zeitz die Position als Leiter der Scouting-Abteilung. Dort soll er seine immens große Erfahrung und sein Auge für Talente künftig abseits des Rasens einsetzen.

Bevor Zeitz jedoch endgültig die Fußballschuhe gegen den Schreibtisch tauscht, wartet noch ein letzter, entscheidender Einsatz: Am kommenden Samstag, den 23. Mai, steht das Finale des Saarlandpokals gegen den FC Homburg an. Es ist die allerletzte Chance für den „Fußballgott“, sich mit einem Titelgewinn und dem Einzug in den DFB-Pokal von der sportlichen Bühne zu verabschieden.
Dass die emotionale Liga-Verabschiedung am Samstag nach einer wilden Aufholjagd letztlich in einer 3:4-Niederlage gegen Rostock endete, geriet angesichts der historischen Dimension dieses Abschieds ohnehin zur bloßen Randnotiz.



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