Die Pfarrei Heiliger Ingobertus hat die profanierte Hildegardskirche in St. Ingbert an die Firma Creva aus St. Ingbert verkauft. Der Kaufvertrag wurde unterzeichnet und von der Kirchenaufsicht genehmigt, wie die Pfarrei mitteilte. Über den Kaufpreis sowie Einzelheiten der künftigen Nutzung wurde zwischen den Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.
Teil eines längerfristigen Strukturprozesses
Nach Angaben der Pfarrei ist der Verkauf Teil eines längerfristigen Strukturprozesses. Die Zahl der Gläubigen nehme seit Jahren ab, wodurch sich die pastoralen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen veränderten. Zugleich belaste die Unterhaltung zahlreicher, teils großer und alter kirchlicher Gebäude die Pfarrei erheblich.
Die Pfarrei erklärte dazu
„‚Kirche‘ ist ihrem Wesen nach nicht zuerst die Unterhaltung von Gebäuden.“
Wenn der Bedarf an mehreren großen kirchlichen Versammlungsstätten nicht mehr in gleicher Weise bestehe, müsse die Pfarrei ihre Ressourcen so ordnen, dass sie ihre geistlichen, seelsorglichen und caritativen Aufgaben auch künftig erfüllen könne.
Geschichte des Gebäudes
Die Hildegardskirche wurde in den Jahren 1928/1929 errichtet und war laut Pfarrei über viele Jahrzehnte ein Ort des Gemeindelebens in St. Ingbert. Neben Gottesdiensten fanden dort nach Angaben der Pfarrei zahlreiche Begegnungen und Veranstaltungen statt. Viele Menschen verbänden mit der Kirche persönliche Erinnerungen wie Taufen, Erstkommunionen, Trauungen, Beerdigungen und Festgottesdienste.
Im Juni 2025 wurde die Kirche durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem liturgischen Rahmen profaniert. Mit diesem Akt wurde das Gebäude offiziell seiner sakralen Bestimmung entzogen.
Käufer aus St. Ingbert
Die Pfarrei erklärte, mögliche Entwicklungsperspektiven seien mit Sorgfalt geprüft worden, da Kirchengebäude auch für das städtische Leben und die Stadtentwicklung Bedeutung hätten. Mit der Creva habe man einen Partner aus St. Ingbert gefunden, der die örtlichen Gegebenheiten kenne.
Verbleib der Kunstgegenstände offen
Der Verwaltungsrat berät nach Angaben der Pfarrei derzeit gemeinsam mit der Diözesankonservatorin des Bischöflichen Denkmalamtes sowie einer Kunsthistorikerin über den zukünftigen Verbleib der Kunstgegenstände der Hildegardskirche. Ziel sei ein fachlich verantworteter Umgang mit den sakralen und künstlerischen Ausstattungsstücken.



Schreibe einen Kommentar