Chemie des Siliciums: Öffentlicher Vortrag im Wissenschaftsforum St. Ingbert

Professor der Universität des Saarlandes spricht über Parallelen und Unterschiede zwischen Silicium und Kohlenstoff

Aktuelles aus St. Ingbert | Bild: Stadt St. Ingbert Abenteuer mit baumelnden Bindungen, buckligen Paaren in und um Pyramiden an der Grenze des chemisch Machbaren

Am 17. September lädt der MINT-Campus Alte Schmelz zu einem kostenfreien Vortrag über die Chemie des Siliciums ein. Referent ist Prof. Dr. David Scheschkewitz von der Universität des Saarlandes.

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Das Wissenschaftsforum des MINT-Campus Alte Schmelz in St. Ingbert veranstaltet am Donnerstag, 17. September 2026, ab 19:30 Uhr einen öffentlichen Vortrag zur Chemie des Siliciums. Referent ist Prof. Dr. David Scheschkewitz, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine und Anorganische Chemie an der Universität des Saarlandes.

Die Veranstaltung findet im SFTZ-Gebäude in der Alten Schmelz statt (Saarbrücker Str. 38e, 66386 St. Ingbert) und wird parallel online übertragen. Für die Teilnahme vor Ort ist laut Ankündigung eine Anmeldung per E-Mail bei der Koordination erforderlich.

Silicium als zentrales Element

Laut Ankündigung behandelt der Vortrag die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Chemie des Siliciums und der seines leichteren Verwandten Kohlenstoff. Während die Molekülchemie des Kohlenstoffs als Organische Chemie den Alltag präge und die Grundlage allen bekannten Lebens bilde, spiele Silicium als zweithäufigstes Element der Erdkruste nach Sauerstoff eine ähnlich wichtige, aber weniger offensichtliche Rolle.

Nach Angaben der Ankündigung zählten natürlich vorkommende Siliciumverbindungen wie Silikate und Siliciumdioxid zu den ersten Werkstoffen der Menschheitsgeschichte. Ton werde bis heute für Keramiken und Ziegel verwendet, Sand sei Bestandteil der Herstellung von Glas, Zement und Beton. Auch im Informationszeitalter spiele Silicium eine Rolle: Mikroprozessoren würden auf Basis von Siliciumscheiben, sogenannten Wafern, hergestellt, und Photovoltaikanlagen basierten auf dem Halbleiter Silicium.

Forschung am Lehrstuhl in Saarbrücken

Im Arbeitskreis Scheschkewitz werden laut Ankündigung hochreaktive Intermediate und oberflächenimitierende Strukturmotive des Siliciums und anderer Hauptgruppenelemente mithilfe organischer Reste stabilisiert. Dies ermögliche die Untersuchung chemischer und physikalischer Eigenschaften mit spektroskopischen Methoden, die für Feststoffe nur eingeschränkt zur Verfügung stünden.

Der Vortrag soll laut Ankündigung sowohl die historische und gegenwärtige Rolle des Siliciums für die Entwicklung der Zivilisation als auch einen allgemeinverständlichen Einblick in die aktuelle molekülchemische Forschung am Lehrstuhl in Saarbrücken vermitteln.

Zur Person

David Scheschkewitz studierte Chemie an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg und promovierte im Fach Organische Chemie an der Philipps-Universität Marburg. Es folgten Forschungsaufenthalte in Frankreich, Kalifornien und der Schweiz. Anschließend leitete er eine Nachwuchsgruppe an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, bevor er noch vor Abschluss seiner Habilitation ans Imperial College London berufen wurde, wo er drei Jahre lehrte und forschte.

Seit 2011 hat Scheschkewitz den Lehrstuhl für Allgemeine und Anorganische Chemie an der Universität des Saarlandes inne. Er ist laut Ankündigung Autor von über 130 wissenschaftlichen Artikeln und Sprecher des DFG-geförderten Graduiertenkollegs 3082 „Engineering Covalent Bonds in Molecules and Materials – Ec=m2“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in der Molekülchemie der Hauptgruppenelemente in ungewöhnlichen Oxidationsstufen sowie in der Entwicklung neuartiger Polymere auf Basis dieser Elemente.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Koordiniert wird sie von Prof. Dr. Horst Altgeld.

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