Ausstellung „Federleicht“ im Homburger Saalbau eröffnet

Kalligrafin Katharina Pieper zeigt Arbeiten zum Thema Freiheit – Ausstellung noch bis 4. Oktober zu sehen

Bild: Stadt Homburg Ausstellung „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ im Homburger Saalbau eröffnet

Im Kulturzentrum Saalbau Homburg ist die Ausstellung „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ der Schriftkünstlerin Katharina Pieper eröffnet worden. Die Schau mit zwei- und dreidimensionalen Arbeiten ist bis zum 4. Oktober zu sehen.

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Die Galerie im Kulturzentrum Saalbau Homburg zeigt seit Montagabend die Ausstellung „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ der Schriftkünstlerin Katharina Pieper. Die Schau mit zwei- und dreidimensionalen Arbeiten, die eigens für Homburg entstanden, ist bis zum 4. Oktober zu sehen.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Homburgs Beigeordnetem für Kultur und Tourismus, Raimund Konrad, der in Vertretung von Oberbürgermeister Michael Forster sprach. Er dankte den Mitarbeitern des Kulturamtes sowie der Kuratorin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier für die Vorbereitung der Ausstellung.

Kuratorin: Arbeiten gehen über klassische Kalligrafie hinaus

In ihrer Einführung ordnete Kuratorin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier die Arbeiten Piepers ein. Nach ihren Worten verbindet die Künstlerin die Virtuosität des Schönschreibens mit impulsiver Geste, das Grafische mit dem Malerischen sowie die europäische Schrifttradition mit Einflüssen der asiatischen Tuschekunst.

„Katharina Pieper gibt dem Geschriebenen seine berührende Tiefendimension zurück“, sagte die Kuratorin.

Laut Mathis-Sandmaier steht nicht allein die Lesbarkeit des Wortes im Mittelpunkt der Arbeiten. Buchstaben könnten ihre ursprüngliche Form verlieren und zu abstrakten Gestaltungselementen werden, Farbe, Bewegung und Schrift verschmelzen miteinander. Manche Arbeiten griffen unmittelbar in den Raum ein.

Freiheit als zentrales Motiv

Zentrales Motiv der Ausstellung ist die Freiheit. Himmel, Vögel und Federn ziehen sich durch die Arbeiten, ebenso die Vorstellung des freien Schwebens. Zu den Exponaten zählen laut Pressemitteilung:

  • lichtblaue, kreisrunde „Himmelsscheiben“
  • eine Installation mit beschriebenen Flugblättern
  • eine freischwebende „Himmelsleiter“
  • ein erstmals in dieser Form geschaffener Schriftteppich

In die Werke fließen auch literarische und philosophische Texte ein, etwa von Goethe, Laozi, Shakespeare, Ovid und Khalil Gibran.

Recherche mit Künstlicher Intelligenz

Bei der Entstehung einzelner Arbeiten ging Pieper nach Angaben der Kuratorin auch ungewöhnliche Wege. Eine Recherche der Künstlerin zum Thema Freiheit habe zunächst zu einem interaktiven Dialog mit ChatGPT geführt. Die dabei entstandenen Gedanken und Textimpulse seien teilweise in die Ausstellung eingeflossen. Mathis-Sandmaier bezeichnete die Künstliche Intelligenz dabei als einen „spirituellen Katalysator“. Die künstlerische Auswahl, Gestaltung und kalligrafische Umsetzung seien vollständig bei Pieper verblieben.

Künstlerin dankt Kulturamt und Saalbau-Team

Katharina Pieper dankte bei der Eröffnung dem Kulturamt der Stadt Homburg sowie allen Beteiligten für die Unterstützung. Auch die Mitarbeiter des Saalbaus, die sie bei der Einrichtung unterstützt hatten, hob sie hervor.

„Den Rest sprechen die Bilder“, sagte die Künstlerin und lud die Gäste ein, die Arbeiten auf sich wirken zu lassen. „Federn, loslassen, Freiheit – das ist ein Thema, das uns alle betrifft.“

Pieper wurde 1962 in Saarlouis geboren und zählt laut Mitteilung zu den international renommierten Vertreterinnen moderner westlicher Kalligrafie. Ihre künstlerische und pädagogische Tätigkeit führte sie in zahlreiche Länder. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie im Saarpfalz-Kreis. 2016 gründete sie die Stiftung Schriftkultur e. V. mit Sitz in Homburg, die mit Ausstellungs- und Museumsbereich, Jean-Larcher-Archiv, Kursräumen und Fachbibliothek im Gut Königsbruch angesiedelt ist.

Lesung als Begleitprogramm

Am Mittwoch, 23. September, liest um 19 Uhr die im Saarland lebende Autorin Birgit Herold in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau aus ihrem Roman „Die Schreiberin“. Der historische Roman erzählt vom Leben der Augsburgerin Clara Hätzlerin, der einzigen urkundlich belegten Lohnschreiberin des Mittelalters, in einer Zeit, in der die Handschrift durch Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks zunehmend unter Druck geriet.

Für die Lesung reist ein eigens angefertigtes Kunstwerk nach Homburg: Katharina Pieper fertigte nach der Lektüre von Herolds Roman eine Arbeit an, die von der Geschichte der Schreiberin inspiriert wurde.

Öffnungszeiten und Führungen

Die Ausstellung „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ ist bis 4. Oktober in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau zu sehen. Die Galerie ist mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An den drei Sonntagen der Ausstellung bietet Katharina Pieper jeweils um 15 Uhr kostenlose Führungen an. Der Eintritt ist frei.

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