Saarland schließt Bündnis für zirkuläres Bauen

Elf Partner aus Wirtschaft, Kommunen und Landesregierung unterzeichnen Vereinbarung

Aktuelles aus der Saar-Wirtschaft

Das Saarland hat mit elf Partnern aus Wirtschaft, Kommunen und Landesregierung ein Bündnis für zirkuläres Bauen unterzeichnet. Ziel ist ressourcenschonendes und wirtschaftliches Bauen.

AsiaRestaurant SongLong Friedrichsthal

Elf Partner aus Wirtschaft, Kommunen und Landesregierung haben am Donnerstag die Vereinbarung „Bündnis für zirkuläres Bauen im Saarland“ unterzeichnet. Initiiert und koordiniert wurde das Bündnis vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie.

Sieben Leitprinzipien vereinbart

Mit der Vereinbarung legen die Partner nach eigenen Angaben gemeinsame Leitlinien für die Weiterentwicklung der saarländischen Bauwirtschaft fest. Sie haben sieben Leitprinzipien vereinbart, die unter anderem den sparsamen Umgang mit Ressourcen, Innovationen, regionale Wertschöpfung und die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand in den Mittelpunkt stellen.

Beim zirkulären Bauen werden Gebäude laut Mitteilung von Anfang an so geplant, dass sie sich später leichter umbauen, modernisieren oder zurückbauen lassen. Bauteile und Materialien können dadurch wiederverwendet oder recycelt werden.

Maßnahmen in vier Handlungsfeldern

Das Bündnis enthält nach Angaben des Ministeriums konkrete Maßnahmen in vier zentralen Handlungsfeldern: öffentliche Vergabe, Aus- und Weiterbildung, Logistik sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit. So sollen regionale Materialkreisläufe gestärkt und Fachkräfte für die neuen Anforderungen qualifiziert werden.

Außerdem wollen die Partner die Zusammenarbeit in der Großregion beim Rückbau und der Wiederverwendung von Baustoffen ausbauen. Das Bündnis soll dazu beitragen, bürokratische Hürden abzubauen und praxistaugliche Lösungen für das zirkuläre Bauen zu entwickeln.

Beteiligte Partner

Neben dem Wirtschaftsministerium sind zwei weitere Landesministerien beteiligt: das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport sowie das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar- und Verbraucherschutz. Weitere Unterzeichner sind:

  • Verband der Baustoffindustrie Saarland e. V. (VBS)
  • Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft des Saarlandes e. V. (AGV Bau Saar)
  • Baustoffüberwachungsverein Hessen – Rheinland-Pfalz – Saarland e. V. (BÜV HRS)
  • Architektenkammer des Saarlandes (AKS)
  • Handwerkskammer des Saarlandes (HWK)
  • Ingenieurkammer des Saarlandes
  • Saarländischer Städte- und Gemeindetag (SSGT)
  • Landkreistag Saarland

Stimmen der Unterzeichner

Wirtschaftsminister Jürgen Barke erklärte

„Wer Rohstoffe spart, stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Genau darin liegt die Chance des zirkulären Bauens. Wir sichern Wertschöpfung, schonen Ressourcen und machen unsere Unternehmen unabhängiger von knappen Rohstoffen und schwankenden Materialpreisen. Mit diesem Bündnis bringen wir Wirtschaft, Kommunen und Politik an einen Tisch und schaffen gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass das Saarland bei diesem Zukunftsthema eine Vorreiterrolle einnimmt.“

Innen- und Bauminister Reinhold Jost betonte den Zusammenhang mit bezahlbarem Wohnraum:

„Wir wollen, dass im Saarland wieder mehr gebaut wird – und zwar so, dass Wohnen auch künftig bezahlbar bleibt. Zirkuläres Bauen verbindet dabei Ressourcenschonung mit wirtschaftlicher Vernunft.“

Umweltministerin Petra Berg erklärte

„Zirkuläres Bauen heißt, wertvolle Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten. Bauteile und Materialien, die wiederverwendet werden können, werden nicht zu Abfall, sondern bleiben eine Ressource. Als Landesregierung wollen wir dabei mit gutem Beispiel vorangehen.“

Dr. Christoph Kopper, Vorsitzender des Verbandes der Baustoffindustrie Saarland, sagte:

„Die Baustoffindustrie leistet einen entscheidenden Beitrag, wenn es darum geht, Ressourcen im Kreislauf zu halten und regionale Wertschöpfung zu stärken.“

Joachim Reinert, Präsident des AGV Bau Saar, verwies auf notwendige Rahmenbedingungen:

„Damit aus den Leitprinzipien konkrete Lösungen werden, brauchen wir praxistaugliche Rahmenbedingungen, eine innovationsfreundliche öffentliche Vergabe und gut qualifizierte Fachkräfte.“

Thomas Weber, Vorsitzender des BÜV HRS, hob die Bedeutung der Güteüberwachung hervor:

„Ein wesentlicher Aspekt dabei ist eine verlässliche und objektive Güteüberwachung dieser Baustoffe, die durch den Baustoffüberwachungsverein Hessen – Rheinland-Pfalz – Saarland e. V. (BÜV HRS) als anerkannte Güteüberwachungsgemeinschaft gemäß Ersatzbaustoffverordnung und Bündnispartner angeboten wird.“

Jens Stahnke, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes, sagte:

„Der Prozess des zirkulären Bauens bedeutet, in Kreisläufen zu denken und vor allem zirkulär zu planen.“

Helmut Zimmer, Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes, verwies auf ein geplantes Innovationsnetzwerk:

„Hierzu baut die Handwerkskammer mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums gerade ein Innovationsnetzwerk mit Beratungs- und Servicestelle auf. Unser Ziel ist klar: Wir wollen das saarländische Handwerk zum aktiven Gestalter der zirkulären Bauwirtschaft machen.“

Christine Mörgen, Präsidentin der Ingenieurkammer des Saarlandes, erklärte:

„Hierzu gehört auch die Bestandsbewertung, die Weiter- und Wiederverwendung von Materialien und die Ökobilanzierung bei Neubau, Umbau und Rückbau.“

Stefan Spaniol vom Saarländischen Städte- und Gemeindetag sieht die Kommunen als Multiplikatoren:

„Als Saarländischer Städte- und Gemeindetag wollen wir dabei vor allem als Multiplikator wirken, die Impulse des Bündnisses in unsere Städte und Gemeinden tragen und für praxistaugliche Lösungen werben.“

Patrik Lauer, Vorsitzender des Landkreistages, betonte den langfristigen Nutzen für öffentliche Investitionen:

„Ressourcen werden geschont, Materialien bleiben im Wertstoffkreislauf und öffentliche Investitionen können langfristig nachhaltiger gestaltet werden.“

Artikel teilen


AsiaRestaurant SongLong Friedrichsthal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen