Die Bundesregierung hat entschieden, das neue KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland in einer ersten Phase mit einer politischen Analyseeinheit in Berlin aufzubauen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Bundesnetzagentur bilden dafür zunächst einen virtuellen Nukleus in der Hauptstadt, wie das saarländische Wirtschaftsministerium mitteilte.
In einer zweiten Phase soll das Institut demnach thematisch und personell weiter ausgebaut werden. Wie und wo diese zweite Phase konkret ausgestaltet wird, ist nach Angaben des Ministeriums bislang offen. Das Saarland hält sein Angebot an die Bundesregierung, als Standort für das AISI zu fungieren, deshalb aufrecht.
Saarland wirbt seit Frühjahr 2026 für Saarbrücken
Das Saarland hat sich nach eigenen Angaben seit dem Frühjahr 2026 auf politischer wie fachlicher Ebene für Saarbrücken als Standort eingesetzt. Wirtschaftsminister Jürgen Barke äußerte sich dazu wie folgt:
„Wir hätten uns eine klare Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt für das gesamte KI-Sicherheitsinstitut gewünscht, die sich streng nach fachlichen Argumenten richtet. Wir werden aber auch für die vom Bund in Aussicht gestellte zweite Phase die Chance für Saarbrücken nutzen.“
Ende Juni 2026, unmittelbar nach einem Beschluss des Nationalen Sicherheitsrates, hatte Barke laut Mitteilung in einem Schreiben an Bundesminister Karsten Wildberger für Saarbrücken als Standort geworben. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bekräftigte das Engagement der Landesregierung demnach mit einem Schreiben am 6. August an die Bundesminister Alexander Dobrindt und Karsten Wildberger und bot zugleich eine finanzielle Unterstützung des Landes beim Aufbau des Instituts an.
Als Beispiel nennt das Ministerium die Ansiedlung des BSI-Standortes im Saarland im Jahr 2021: Analog dazu könnte das Land die Mietkosten für benötigte Räumlichkeiten in der Startphase übernehmen. Auch die im Saarland ansässigen Forschungsinstitute hätten Mitte August gegenüber den beteiligten Bundesministerien gemeinsam die wissenschaftlichen Voraussetzungen Saarbrückens hervorgehoben.
Barke verweist auf Forschungslandschaft
Barke äußerte sich laut Mitteilung wie folgt zur weiteren Ausgestaltung:
„Wir haben von Beginn an und gemeinsam mit unseren Forschungseinrichtungen deutlich gemacht: Das Saarland steht bereit. Daran hat sich mit der Entscheidung für die erste Phase nichts geändert. Im Gegenteil: Bei der Finalisierung des Konzeptes sollte der Bund jetzt konsequent darauf setzen, wo wissenschaftliche Expertise, Forschungsinfrastruktur, internationale Vernetzung und ein Umfeld für hochqualifizierte Fachkräfte bereits vorhanden sind.“
Nach Angaben des Ministeriums verfügt das Saarland über mehrere Forschungseinrichtungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Informatik und Cybersicherheit. Dazu zählen:
- das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)
- das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit
- die Universität des Saarlandes
- die Max-Planck-Institute für Informatik und für Softwaresysteme
Das BSI unterhalte zudem bereits einen Standort auf dem Saarbrücker Campus mit Kompetenzen im Bereich KI-Sicherheit. Das Ministerium verweist zusätzlich auf die europäische Lage des Saarlandes in der Großregion sowie bestehende Kooperationen der saarländischen Forschung mit französischen und weiteren europäischen Partnern.



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