Sulzbach feiert 80 Jahre Stadtrecht mit Festakt in der Aula

Bürgermeister Adam und Innenminister Jost würdigen Stadtgeschichte – Land sagt Zuschüsse für Feuerwache und Straßensanierung zu

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Die Stadt Sulzbach hat ihr 80-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Aula gefeiert. Neben Rückblicken auf die Stadtgeschichte kündigte Innenminister Reinhold Jost finanzielle Zuschüsse des Landes an.

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Die Stadt Sulzbach hat am Mittwoch, 19. August, mit einem Festakt in der Aula ihr 80-jähriges Bestehen als Stadt gefeiert. Nach Angaben der Stadt kamen zahlreiche Gäste und Ehrengäste zusammen, um auf die Stadtgeschichte zurückzublicken und Persönlichkeiten zu würdigen.

Begrüßt wurden die Gäste von Bürgermeister Michael Adam und den Beigeordneten der Stadt. Kulturamtsmitarbeiterin Stefanie Bungart-Wickert eröffnete den Abend mit den Worten:

„Ein Jubiläum ist eine Zeit, um die Freuden von heute, die Erinnerungen von gestern und die Hoffnungen von morgen zu feiern.“

Unter den Gästen waren laut Mitteilung Innenminister Reinhold Jost, der französische Generalkonsul im Saarland Jerôme Spinoza, die Landtagsabgeordnete Flora-Elisa Schröder, die Regionalverbandsabgeordnete Carolin Lehberger sowie der Regionalverbandsbeigeordnete Norbert Moy. Auch Bürgermeister umliegender Kommunen, Vertreter der Partnergemeinde Rémelfing sowie Bürgermeister Zakari Filikibirou Tassou aus der Partnergemeinde Bassila in Benin nahmen teil. Vertreten waren zudem Mitglieder des Stadtrates, städtische Gesellschaften, Feuerwehr, Polizei, weitere Hilfsorganisationen, die Bundeswehr sowie Vertreter aus Handel, Handwerk, Gewerbe, Bildung und Kultur.

Rückblick auf 680 Jahre Ortsgeschichte

In seiner Festrede blickte Bürgermeister Adam auf die Geschichte des Ortes zurück, der 1366 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1946 erhielt Sulzbach nach eigener Bewerbung die Stadtrechte. Adam erinnerte auch an die Zeit der französischen Militärregierung, die den kulturellen Austausch gefördert habe. An dem Abend waren nach Angaben der Stadt drei Zeitzeugen anwesend, die einen persönlichen Bezug zur Stadtwerdung Sulzbachs haben.

Mit Blick auf die Zukunft sagte Adam

„Sulzbach ist erwachsen geworden.“

Die Stadt unterhält nach eigenen Angaben inzwischen fünf Städtepartnerschaften. Als künftige Herausforderungen nannte Adam Digitalisierung, demografischen Wandel und Klimaveränderungen. Dazu erklärte er:

„Unsere Aufgabe ist es, diesen Wandel aktiv zu gestalten und unsere Innenstadt so weiterzuentwickeln, dass sie auch den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird.“

Land sagt finanzielle Unterstützung zu

Innenminister Reinhold Jost dankte in seiner Rede den Hilfsorganisationen.

„Ihr seid der Kitt unserer Gesellschaft. Danke für das, was Ihr leistet.“

Jost erinnerte an die frühere Glasproduktion sowie Kohle- und Salzgewinnung in Sulzbach und verwies auf heute international agierende Einrichtungen wie die Augenklinik und das Unternehmen Hydac. Er hob hervor, dass die Stadt seit 160 Jahren über eine eigenständige kommunale Verwaltung verfüge.

Jost kündigte einen zusätzlichen Landeszuschuss von rund 500.000 Euro für den Neubau der Altenwalder Feuerwache an. Zudem übergab er einen symbolischen Scheck über 400.000 Euro für die Revitalisierung der Sulzbachtalstraße.

Deutsch-französische Freundschaft im Fokus

Der französische Generalkonsul im Saarland, Jerôme Spinoza, würdigte in seiner Ansprache die Verbindung Sulzbachs zu französischen Partnern. Er sagte:

„Die Frankofonie lebt hier und das ist spürbar und erlebbar.“

Spinoza betonte, nicht allein Amtsträger und offizielle Urkunden hätten diese Verbindung geprägt, sondern vor allem die Bevölkerung durch Partnerschaften und persönlichen Austausch. Er fügte hinzu:

„Ihr lasst Europa leben.“

Als Beispiel für die europäische Zusammenarbeit nannte er die gemeinsame Bekämpfung von Waldbränden durch deutsche, französische und luxemburgische Feuerwehrleute. Er erinnerte an eine gemeinsame Übung im Juni, die sich nach seinen Worten angesichts aktueller Ereignisse schneller als erwartet zur Realität entwickelt habe. Mit Blick auf anstehende Wahlen in beiden Ländern im kommenden Jahr äußerte Spinoza die Sorge, der europäische Gedanke könne von extremen Parteien herausgefordert werden.

Würdigung verstorbener Persönlichkeiten

Der Festakt erinnerte auch an Persönlichkeiten, die die Stadt geprägt haben. Kulturamtsleiterin Vienna Gebhardt verlas Auszüge aus einer Rede des im April 2025 verstorbenen Heimatforschers und Ehrenbürgers Dr. Karl Ludwig Jüngst, die dieser zum 75. Stadtjubiläum verfasst hatte.

Auch der Schriftsteller Ludwig Harig, ehemaliger Volksschullehrer aus Sulzbach, wurde gewürdigt. Zum Abschluss des Festakts trug der Sulzbacher Beauftragte für deutsch-französische Angelegenheiten, Wolfgang Winkler, das von ihm vertonte Lied „Romanze“ nach einem Text von Harig vor.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Herry-Schmitt-Trio mit Liedern und Chansons aus acht Jahrzehnten. Die Bewirtung der Gäste übernahm der Kunstverein.

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