Saarland

Saarland: 49 Schulen testen Matheband in Pilotphase

Freiwillige Erprobung beginnt im Schuljahr 2026/27 – verpflichtende Einführung ab 2027/28 vorgesehen

Aktuelles vom Ministerium für Bildung Vertiefung von Anfang an: Saarland startet mit 49 Schulen in die Pilotphase des Mathebands

Im Schuljahr 2026/27 erproben 49 saarländische Schulen freiwillig das neue Matheband. Ab 2027/28 soll es nach Angaben des Bildungsministeriums an mehreren Schulformen verpflichtend werden.

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Im Schuljahr 2026/27 startet im Saarland das Matheband in einer freiwilligen Pilotphase. Daran beteiligen sich 49 Schulen. Das teilte das Ministerium für Bildung und Kultur mit. Ziel sei die Stärkung der mathematischen Basiskompetenzen.

Die teilnehmenden Schulen erhielten bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung des Ministeriums und des Bildungscampus Saarland fachliche Impulse, Einblicke in die praktische Umsetzung und erste Unterrichtsmaterialien.

Aufbau des Mathebands

In den Klassenstufen 1 bis 6 sind grundsätzlich an drei Tagen pro Woche jeweils zehn Minuten für gezielte Übungen vorgesehen. Die Aufgaben dienen nach Angaben des Ministeriums dem Wachhalten, der Festigung und der Vertiefung. Sie orientieren sich am Prinzip der „vermischten Kopfübungen“. Dabei werden bereits erlernte Inhalte wiederholt und mit neuen mathematischen Herausforderungen verbunden.

Gefestigt werden sollen laut Ministerium Kompetenzen wie

  • Kopfrechnen
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • logisches Denken

Im Mittelpunkt stehen demnach mathematisches Verständnis, die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Austausch über unterschiedliche Lösungswege.

Das Saarland nutzt das Konzept des Berliner Mathebands. Zentral erstellte Aufgabenkarten und Materialien zum Angreifen sollen es Mathematiklehrkräften ermöglichen, die Übungen sofort einzusetzen, ohne eigene Materialien zu erstellen. In der Modellphase soll das Konzept an die saarländischen Rahmenbedingungen angepasst werden.

Programm der Auftaktveranstaltung

Prof. Dr. Birte Friedrich von der Universität Potsdam, die das Matheband in Berlin wissenschaftlich begleitet, stellte den fachlichen Ansatz vor. Charlotte Schroer, Lehrerin an einer Berliner Schule, berichtete aus der Praxis und zeigte, wie sich die Übungen in den Unterricht einbinden lassen. Die Schulen erhielten zudem beispielhafte Materialpakete und Informationen zum weiteren Verlauf der Pilotphase.

Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide besuchte die Veranstaltung. Sie sagte:

„Ich freue mich sehr über das große Interesse am Matheband und darüber, dass sich 49 Schulen freiwillig an der Pilotphase beteiligen. Das zeigt, wie groß die Bereitschaft ist, neue Wege in der Förderung unserer Schülerinnen und Schüler zu gehen. Mathematische Grundkompetenzen sind eine entscheidende Voraussetzung für den weiteren Bildungsweg und für ein selbstbestimmtes Leben. Deshalb setzen wir mit dem Matheband genau dort an, wo Lernen beginnt: bei den Grundlagen. Die kurzen, abwechslungsreichen Übungen aktivieren die Kinder, machen Spaß und lassen sich unkompliziert in den Schulalltag integrieren. So stärken wir nicht nur das mathematische Verständnis und die Freude am Rechnen, sondern schaffen auch ein solides Fundament, auf dem weiteres Lernen aufbauen kann.“

Einordnung in die Bildungspolitik

Die Stärkung der Basiskompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen ist laut Ministerium ein zentraler Bestandteil der saarländischen Bildungspolitik. Das Saarland habe bereits mehr verbindliche Unterrichtszeit in Deutsch und Mathematik geschaffen, mit dem Leseband feste Lesezeiten eingeführt und die individuelle Förderung an den Schulen ausgebaut. Das Matheband ergänze den regulären Mathematikunterricht um eine verlässliche Übungsstruktur.

Begleitung und landesweite Einführung

Das Ministerium und der Bildungscampus Saarland begleiten die Pilotphase. Die Prinzipien des Mathebands finden sich in den Netzwerken BASIS Primar und BASIS. Die Erfahrungen der teilnehmenden Schulen sollen in die Weiterentwicklung des Konzepts und in die Vorbereitung der landesweiten Einführung einfließen.

Dr. Anika Limburg, Direktorin des Bildungscampus Saarland, sagte:

„Wir freuen uns sehr darauf, die Lehrkräfte bei der Umsetzung des Mathebands passgenau zu unterstützen. Dabei ist uns wichtig, die Denkwege der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, um passgenau an ihren jeweiligen Lernstand anzuknüpfen. Mit praxisnahen Fortbildungen, fachlich fundierten Materialien und dem Austausch in unseren Netzwerken begleiten wir die Umsetzung. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Pilotschulen helfen uns, das Konzept gemeinsam weiterzuentwickeln und die landesweite Einführung gut vorzubereiten.“

Ab dem Schuljahr 2027/28 soll das Matheband verpflichtend eingeführt werden:

  • Klassenstufen 1 bis 4 an Grundschulen
  • Klassenstufen 5 bis 9 an Gemeinschaftsschulen
  • Klassenstufen 1 bis 6 an Förderschulen

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