Die Landeshauptstadt Saarbrücken wird im Juli am Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung in New York City teilnehmen. Die Bundesregierung hat Saarbrücken in die deutsche Delegation berufen. Bürgermeisterin Barbara Meyer, zuständig für Finanzen und Nachhaltigkeit, wird die Stadt vor Ort vertreten.
Zentrales Gremium der UN-Nachhaltigkeitsagenda
Das HLPF ist laut Pressemitteilung das zentrale Gremium zur Überprüfung und Steuerung der Umsetzung der Agenda 2030. Es findet jährlich unter der Schirmherrschaft des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC) statt. Im Mittelpunkt steht die Überprüfung der Fortschritte bei den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die 2015 von allen UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet wurden.
Oberbürgermeister Uwe Conradt erklärte
„Es ist eine große Anerkennung für unser Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit, dass die Bundesregierung die Landeshauptstadt Saarbrücken für die deutsche Delegation ausgewählt hat. Nachhaltigkeit ist für uns ein übergeordnetes Leitziel: Ob das Großprojekt ‚Superbrücken‘ mit dem Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung, der konsequente Ausbau der Radinfrastruktur, die Förderung von Klimaanpassung und Begrünung sowie von Gemeinwesenarbeit, Investitionen in die Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur oder unser Engagement im Bereich Integration durch das Haus des Ankommens – all das zahlt auf die Erreichung der Ziele der Agenda 2030 ein. Gleichzeitig steht Saarbrücken auch exemplarisch für eine Stadt, die das Thema nur unter schwierigsten finanziellen Rahmenbedingungen vorantreiben kann. Auch das macht die Perspektive der Landeshauptstadt so relevant.“
Kommunen als Schlüsselakteure
Bürgermeisterin Meyer betonte die Rolle der Städte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele:
„Die Kommunen spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Mehr als zwei Drittel der Ziele lassen sich nur mit dem Engagement von Städten und Gemeinden erreichen. Deshalb ist ihre Sichtweise so wichtig. Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage und die finanziellen Rahmenbedingungen drohen die Nachhaltigkeitsziele aktuell in den Hintergrund zu rücken. Das gilt es zu verhindern. Gerade die weltpolitische Lage und deren Auswirkungen zeigen, dass beispielsweise eine nachhaltige Energieversorgung Voraussetzung für eine resiliente Wirtschaft und Gesellschaft ist. Nachhaltigkeit ist nicht nur eine ökologische oder soziale Frage. Nachhaltiges Handeln ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit und unserer Zukunftsfähigkeit.“
Voluntary Local Review als Qualifikation
Saarbrücken hatte sich bereits 2017 zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 bekannt. 2023 folgte eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern. 2025 legte die Stadt erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht vor, der die Zielerreichung auf lokaler Ebene auswertet.
Anfang 2026 veröffentlichte Saarbrücken einen sogenannten Voluntary Local Review – einen Bericht zur Zielerreichung nach internationalem Standard, der lokales Handeln mit den globalen Zielen der Agenda 2030 verknüpft. Nach Angaben der Stadt wurden weltweit bislang rund 370 solcher Berichte erstellt, davon 23 in Deutschland. Mit der Vorlage dieses Berichts qualifizierte sich Saarbrücken für den internationalen Austausch und bewarb sich anschließend für die Teilnahme am HLPF.
Der Voluntary Local Review wird neben Deutsch und Englisch auch auf Französisch veröffentlicht.
Grenzüberschreifendes Engagement im Städtenetz
Darüber hinaus engagiert sich Saarbrücken im Städtenetz QuattroPole grenzüberschreitend für nachhaltige Entwicklung. Auf Initiative der Landeshauptstadt gründete sich dort vor zwei Jahren eine Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit zum Austausch über Erfahrungen und Praxisbeispiele.
Die Erstellung des Voluntary Local Review sowie die Teilnahme am HLPF werden nach Angaben der Stadt von der Engagement Global gGmbH über die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.



Schreibe einen Kommentar