Gemeinderat Quierschied kauft neue Kita und legt Widerspruch gegen Regionalverbandsumlage ein

Einstimmige Beschlüsse bei 20. Gemeinderatssitzung – Kaufpreis für Kita-Gebäude beträgt 8,71 Millionen Euro

Aktuelles aus Quierschied

Der Gemeinderat Quierschied hat in seiner 20. Sitzung den Kauf einer neuen Kindertagesstätte mit 133 Plätzen beschlossen und gleichzeitig Widerspruch gegen die Umlage des Regionalverbands Saarbrücken eingelegt.

Anzeige AWO Sulzbach

Der Gemeinderat Quierschied hat in seiner 20. Sitzung am 29. April 2026 zwei weitreichende Beschlüsse gefasst: den Kauf einer neuen Kindertagesstätte sowie den Widerspruch gegen die Umlage des Regionalverbands Saarbrücken. Beide Entscheidungen fielen einstimmig. Die Sitzung fand in der Q.lisse statt.

Neue Kita auf dem Gelände der Alten Klinik

Der Rat beschloss den Erwerb einer neuen Kita auf dem Gelände des Medicus-Gesundheitszentrums (Alte Klinik), die von der Victor’s Group angeboten wird. Das Gebäude bietet Platz für insgesamt 133 Kinder.

Der Kaufpreis beläuft sich nach Angaben der Gemeinde auf insgesamt 8,71 Millionen Euro, davon knapp 7,6 Millionen Euro für das Gebäude selbst. Die verbleibenden Kosten entfallen auf Grundstück und allgemeine Kaufnebenkosten. Da das Land die Aufwendungen für Gebäude, Grundstück und Grunderwerbssteuer zu 70 Prozent fördert, verbleibt für die Gemeinde Quierschied ein Eigenanteil von 2.612.999 Euro.

„Dadurch sind wir in der Lage, die Qualität und das Angebot deutlich zu erhöhen, allen Kindern in der Gemeinde einen Betreuungsplatz anbieten zu können und die bestehenden Überbelegungen in den Kitas abzubauen.“

So Bürgermeister Lutz Maurer, der den Kauf als „Meilenstein für die Gemeinde Quierschied“ bezeichnete.

Betrieb durch katholische KiTa gGmbH

In einem weiteren Beschluss übertrug der Rat die Betriebsträgerschaft der neuen Einrichtung an die katholische KiTa gGmbH. Julia Selzer, Kaufmännische Geschäftsführerin der KiTa gGmbH, war zu diesem Tagesordnungspunkt als Gast anwesend und beantwortete Fragen der Ratsmitglieder – unter anderem zur Personalausstattung und zu Vertretungsmöglichkeiten durch sogenannte Springer.

Bürgermeister Maurer und Selzer betonten dabei ausdrücklich, dass die Neueröffnung keine Schließung der beiden bestehenden KiTa-gGmbH-Einrichtungen St. Paul und Maria Himmelfahrt nach sich ziehen werde. Der Rat folgte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig, die unter anderem den organisatorischen, personellen und finanziellen Mehraufwand einer eigenen Betriebsträgerschaft als Argument angeführt hatte.

Bebauungsplan von 1979 wird aufgehoben

Einstimmig beschloss der Rat zudem, den Bebauungsplan Q 500 „Auf der Brach“ aus dem Jahr 1979 aufzuheben. Der Plan regelt ein rund 23 Hektar großes Wohngebiet, das inzwischen weitgehend bebaut ist. Das Planungsbüro Kernplan wurde mit der Umsetzung des Verfahrens beauftragt.

Nach Angaben der Gemeinde wird die Fortgeltung des Plans nicht mehr als erforderlich angesehen. Noch unbebaute, aber planungsrechtlich als Bauflächen ausgewiesene Grundstücke führten bislang zu einer ungünstigen Darstellung in der Wohneinheitenbilanz der Gemeinde. Hinzu kommt die laufende Fortschreibung des Landesentwicklungsplans sowie noch ausstehende Wohnflächenkonzepte.

Widerspruch gegen Regionalverbandsumlage

Als Dringlichkeitsantrag nahm der Rat einstimmig einen weiteren Punkt in die Tagesordnung auf: den Widerspruch gegen die Umlage des Regionalverbands Saarbrücken. Die finanzielle Belastung durch diese Umlage hat sich laut Gemeindeverwaltung seit 2021 um über 60 Prozent erhöht und macht inzwischen rund ein Drittel des Gemeindehaushalts aus.

Der Widerspruch zielt auf eine Überprüfung der Umlagehöhe ab und stützt sich nach Angaben der Gemeinde unter anderem auf die Rechtsprechung zum Schutz der kommunalen Selbstverwaltung. Bürgermeister Maurer forderte darüber hinaus strukturelle Reformen:

„Wir brauchen mehr Transparenz und eine objektive Bewertung der Ausgabenstrukturen. Der Regionalverband sollte sich einem unabhängigen Benchmarking unterziehen, um die Angemessenheit seiner Ausgaben und auch der Personalausstattung im bundesweiten Vergleich mit anderen Landkreisen zu überprüfen.“

Haushalt genehmigt, Freibad öffnet planmäßig

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Maurer mitgeteilt, dass die Gemeinde Mitte April die uneingeschränkte Genehmigung des Haushalts 2026 durch das Landesverwaltungsamt erhalten hat.

Unter dem Punkt „Mitteilungen und Anfragen“ informierte Maurer den Rat zudem über laufende und geplante Projekte: Die Bauarbeiten in der Waldparkanlage Fischbach-Camphausen sollen im Oktober 2026 beginnen. Die Kanalbaumaßnahme am Freibad liegt nach Angaben des Bürgermeisters dank günstiger Witterung vor dem Zeitplan – die Öffnung des Freibades Mitte bis Ende Mai sei nicht gefährdet. Weitere Themen waren der geplante Verbrauchermarkt in Fischbach-Camphausen, das Gewerbegebiet in Göttelborn, der Glasfaserausbau sowie ein neues Feuerwehr-Gerätehaus.

Artikel teilen


Anzeige Kommpower

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen