Gemeinderat Quierschied: Finanzierungslücke bei Kita St. Barbara deutlich kleiner als erwartet

Bebauungsplan aus dem Jahr 1979 wird aufgehoben, pädagogische Gesamtleitung berichtet über Arbeit in den Kindertagesstätten

Aktuelles aus Quierschied

Der Gemeinderat Quierschied hat in seiner Sitzung am 10. September 2026 über die Finanzierung der neuen Kita St. Barbara beraten, einen mehr als 45 Jahre alten Bebauungsplan aufgehoben und sich über die Arbeit der pädagogischen Gesamtleitung informieren lassen.

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Der Gemeinderat Quierschied ist am Donnerstag, 10. September 2026, zu seiner 23. Sitzung zusammengekommen. Zentrales Thema war die Finanzierung der neuen Kindertagesstätte St. Barbara: Nach Verhandlungen der Verwaltung fällt der verbleibende Eigenanteil der Gemeinde geringer aus als im August angenommen.

Bebauungsplan „Auf der Brach“ wird aufgehoben

Unter Tagesordnungspunkt 2 beschloss der Rat einstimmig, das Verfahren zur Aufhebung des Bebauungsplans Q 500 „Auf der Brach“ einschließlich aller fünf Teiländerungen einzuleiten. Der Plan stammt aus dem Jahr 1979. Das Gebiet ist nach Angaben der Verwaltung inzwischen nahezu vollständig bebaut, der ursprüngliche Zweck des Plans damit erfüllt.

Viele Festsetzungen aus dieser Zeit, etwa Vorgaben zur Farbe von Dacheindeckungen, seien nicht mehr zeitgemäß und schränkten Eigentümerinnen und Eigentümer sowie künftige Nachnutzer ein. Entsprechende Änderungswünsche hatten in der Vergangenheit wiederholt Ortsrat und Bauausschuss beschäftigt. Der Entwurf wurde gebilligt und für das weitere Verfahren freigegeben. Die vorbereitenden Verfahrensschritte übernimmt die Kernplan GmbH. Der Entwurf wird nun öffentlich ausgelegt, parallel werden Behörden, sonstige Träger öffentlicher Belange und Nachbargemeinden beteiligt.

Finanzierungslücke bei Kita St. Barbara schrumpft deutlich

Unter Tagesordnungspunkt 3 informierte Bürgermeister Lutz Maurer den Rat über das Ergebnis der Verhandlungen zur Finanzierung der neuen Kindertagesstätte St. Barbara am Medicus Gesundheitszentrum. Das Ministerium für Bildung und Kultur hat nach Angaben der Verwaltung den finalen Prüfvermerk vorgelegt. Die anerkannten zuwendungsfähigen Kosten wurden gegenüber der vorläufigen Prüfung auf 7.115.719,08 Euro angehoben.

Davon trägt die Gemeinde Quierschied mindestens 2.613.000 Euro, das Ministerium für Bildung und Kultur übernimmt 2.846.288 Euro und der Regionalverband Saarbrücken nach aktuellem Stand 2.134.716 Euro. Die Gesamtkosten inklusive Grundstück und Baunebenkosten von 8,71 Millionen Euro wurden laut Mitteilung vom Ministerium als wirtschaftlich und angemessen anerkannt.

Hinzu kommt eine schriftlich zugesagte Bedarfszuweisung des Ministeriums für Inneres, Bauen und Sport in Höhe von 900.000 Euro. Damit verbleibt nach Angaben der Verwaltung eine Deckungslücke von höchstens 215.997 Euro. Gespräche mit dem Regionalverband Saarbrücken zur Schließung dieser Lücke laufen derzeit noch. Der Bürgermeister wurde einstimmig ermächtigt, den Prüfvermerk gegenüber dem Ministerium zu bestätigen. Über das Ergebnis der Gespräche mit dem Regionalverband soll der Rat in der nächsten Sitzung informiert werden.

Für neu geschaffene Plätze in dritter Trägerschaft übernimmt der Regionalverband zudem den Personalkostenanteil im Ü3-Bereich, was die Gemeinde nach eigenen Angaben jährlich um rund 80.000 Euro entlastet. Vorbehaltlich noch ausstehender Genehmigungen ist der Betriebsbeginn der Kita St. Barbara für den 1. Oktober 2026 vorgesehen.

Bericht zur pädagogischen Gesamtleitung

Unter Tagesordnungspunkt 4 berichtete Nicole Christmann, pädagogische Gesamtleitung der gemeindlichen Kindertagesstätten, auf Wunsch des Gemeinderates über ihr Aufgabenspektrum. Sie verantwortet drei kommunale Einrichtungen sowie die Großtagespflegestelle „Krümelkiste“ mit insgesamt 70 Mitarbeitenden und 327 betreuten Kindern. Zusätzlich koordiniert sie die Zuweisung von Betreuungsplätzen für alle Kindertagesstätten in Quierschied, auch für die kirchlichen Einrichtungen.

Seit 2024 wurden nach ihren Angaben unter anderem monatliche Leitungsrunden, regelmäßige Standortgespräche und trägerübergreifende Arbeitsgruppen eingeführt. Am Beispiel der Villa Regenbogen schilderte sie einen Qualitätsentwicklungsprozess, an dessen Ende ein offenes Konzept mit einer zusätzlichen Gruppe für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf steht.

Weitere Schwerpunkte seien die Kooperation mit einer unabhängigen Fachberatungsstelle, Fortbildungen in den Bereichen Sprachbildung, Inklusion, Kinderschutz und Praxisanleitung sowie eine engere Netzwerkarbeit, etwa mit der Lebenshilfe Fischbachtal/Sulzbachtal. In der Woche nach der Sitzung fand erstmals ein gemeinsamer pädagogischer Tag aller Einrichtungen statt. Vorbereitet wird zudem die Einführung von Kinderparlamenten. Ein Beschluss war zu diesem Tagesordnungspunkt nicht erforderlich.

Landesförderprogramm für Schwimmbäder

Unter Mitteilungen und Anfragen zog Bürgermeister Maurer eine Bilanz der beendeten Freibadsaison und informierte über ein neu aufgelegtes Landesförderprogramm für kommunale Schwimmbäder. Landesweit stehen laut Mitteilung 113,5 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird grundsätzlich eine Einrichtung je Kommune, sofern eine technische oder energetische Sanierungsbedürftigkeit besteht. Reine Angebotserweiterungen oder Komfortmaßnahmen sind ausgenommen. Die anerkannten Kosten sind auf 11,35 Millionen Euro je Einrichtung gedeckelt.

Die Förderquote setzt sich aus einem Grundstock von 30 Prozent der erforderlichen Bedarfe zusammen, der sich durch Zuschläge auf maximal 55 Prozent erhöhen kann: bis zu 20 Prozentpunkte für existenzbedrohte Bäder, jeweils bis zu 10 Prozentpunkte für Hallenbäder und Lehrschwimmbecken sowie jeweils bis zu 5 Prozentpunkte für touristisch relevante Bäder, für das Vereinsschwimmen und für Bäder mit großem Einzugsgebiet.

Für das Quierschieder Freibad greifen nach Angaben der Verwaltung die zuletzt genannten Kriterien sowie die Zuschläge für Hallenbäder und Lehrschwimmbecken nicht. Es verbleibt zunächst der Grundstock von 30 Prozent. Wird das Bad als existenzbedroht anerkannt, sind bis zu 50 Prozent Förderung erreichbar. Im Mittelpunkt der Planungen steht die Erneuerung der Beckenfolie.

Hinzu kommen zwei Bundesprogramme: Bei einem wurde die Gemeinde nicht berücksichtigt, beim anderen steht die Entscheidung noch aus. Eine Kombination mehrerer Förderprogramme ist laut Mitteilung möglich, was den kommunalen Eigenanteil weiter verringern könnte. Das Land hat vorgesehen, das Programm bis Ende 2027 zu evaluieren. Sollten die Mittel bis Ende 2029 nicht vollständig gebunden sein, wird über eine Neuausrichtung der Kriterien beraten. Die Verwaltung soll für eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Planung, Bauwesen und Liegenschaften eine Übersicht zum weiteren Vorgehen erarbeiten.

Weitere Themen

Beim neuen Feuerwehrgerätehaus brachten eine Besichtigung eines vergleichbaren Neubaus in Rheinfelden sowie ein Workshop mit Feuerwehr, Bauamt und Architekt nach Angaben der Verwaltung Erkenntnisse für die weitere Planung. Beim dritten Quierschieder Wirtschaftsforum auf dem Gelände der Firma BBL in Göttelborn nahmen Industrieunternehmen, Handwerksbetriebe, Architekten sowie ein Vertreter der mit der Projektentwicklung im Gewerbegebiet Göttelborn betrauten Firma teil.

Der Bürgermeister wies zudem auf die Regionalforen des Entsorgungsverbands Saar (EVS) am 27. und 28. Oktober hin, bei denen der Wirtschaftsplan des EVS vorgestellt wird.

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