Landrat Sören Meng hat sich bei der Neunkircher Arbeitsgruppe „Stolpersteine gegen das Vergessen“ für deren Einsatz bedankt. Dazu lud er die Mitglieder ins Landratsamt Ottweiler ein.
Nach einer Mitteilung hat die Gruppe seit ihrem ersten Einsatz im Jahr 2012 87 Steine an 34 Verlegestellen in der Kreisstadt Neunkirchen und ihren Stadtteilen gesetzt.
Wechsel in der Arbeitsgruppe
In der Gruppe gibt es Veränderungen. Die Gründungsmitglieder Rainer Dörrenbächer und Ulrike Heckmann sind seit 2012 dabei. Sie ziehen sich nach Angaben der Mitteilung langsam aus der aktiven Arbeit zurück und übergeben an die jüngere Generation. Ulrike Pfeifer-Scholz übernimmt ihre Aufgaben.
Bei Kaffee und Kuchen sprachen die Teilnehmer über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Sie tauschten sich zudem über die Arbeit der Projektgruppe aus. Der Landrat hat die Verlegungen der Steine im Landkreis in den vergangenen Jahren nach Angaben der Mitteilung wiederholt begleitet und unterstützt.
Recherche und Gedenken
Die Mitglieder recherchieren biographische Daten von Opfern des Holocaust, unter anderem im Stadtarchiv Neunkirchen. Sie nehmen Kontakt zu Angehörigen auf und sichten Literatur zu Verfolgung und Widerstand von Saarländerinnen und Saarländern.
Mit den Steinen erinnert die Gruppe an
- Frauen und Männer des antifaschistischen Widerstands
- Angehörige der „Internationalen Brigaden“ im spanischen Bürgerkrieg
- politisch Verfolgte
- jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger
- Euthanasieopfer
- sozial Ausgegrenzte
- Familienangehörige, die unter dem Nazi-Regime gelitten haben
Der Künstler Gunter Demnig erinnert seit mehr als zwei Jahrzehnten an die Opfer der NS-Zeit. Er lässt vor deren letztem selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir ein.
Meng: „Erinnerungskultur unverzichtbar“
Meng betonte die Bedeutung der Stolpersteine
„Jeder einzelne Stolperstein, ob irgendwo auf der Welt oder hier bei uns im Landkreis Neunkirchen, steht für das Schicksal eines Menschen und seiner Familie. Hinter jedem Namen verbirgt sich ein Leben, das durch Verfolgung, Ausgrenzung und menschenverachtendes Handeln zerstört oder für immer verändert wurde. Die Stolpersteine machen uns bewusst, welches Leid Menschen anderen Menschen zugefügt haben. Sie mahnen uns auf stille, aber eindringliche Weise, unser eigenes Handeln zu hinterfragen und die Opfer niemals zu vergessen. Diese Form der Erinnerungskultur ist für mich unverzichtbar. Denn wer sich der Vergangenheit stellt, übernimmt auch Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft.“







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