Die Kultusministerkonferenz hat auf ihrer Jahrestagung in Berlin den Weg für eine vertiefte Zusammenarbeit mit der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geebnet. Das teilte das Saarland in einer Mitteilung mit.
Die neue Vereinbarung soll nach diesen Angaben die Erinnerungskultur stärken. Zudem soll sie die Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Schule, Wissenschaft und Kultur voranbringen.
Ministerin sieht Verantwortung der Schulen
Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot betont die besondere Verantwortung der Schulen. Diese sollten junge Menschen für die Gefahren von Hass und Ausgrenzung sensibilisieren und demokratische Werte stärken.
Streichert-Clivot sagte
„Jüdinnen und Juden werden in Deutschland Tag für Tag angefeindet und bedroht. Rechtsextreme Kräfte gewinnen an Einfluss, menschenfeindliche Positionen werden normalisiert. Damit wird das Versprechen ‚Nie wieder‘ längst verletzt. Die Erinnerung an die Shoah verpflichtet uns, diesen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten. Wir müssen Antisemitismus widersprechen, die Menschen schützen, gegen die sich dieser Hass richtet und diejenigen stärken, die sich dem entgegenstellen. Antisemitismus ist niemals hinnehmbar – nicht auf der Straße, nicht im Netz und erst recht nicht an unseren Schulen. Junge Menschen erfahren, dass hinter den Zahlen der Shoah Menschen standen: Kinder, Eltern, ganze Familien, deren Leben und Zukunft gewaltsam zerstört wurden. Die Zusammenarbeit mit Yad Vashem ist dafür von unschätzbarem Wert. Wir wollen junge Menschen darin bestärken, Antisemitismus zu erkennen, ihm entschieden zu widersprechen und füreinander einzustehen. Und unsere Schulen müssen Orte sein, an denen alle Kinder und Jugendlichen Schutz, Respekt und Zugehörigkeit erfahren.“
Demokratiebildung in der Lehrkräfteausbildung
Im Saarland sind die Auseinandersetzung mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und die Förderung der Demokratiebildung nach Angaben der Mitteilung seit 2022 fester Bestandteil der Ausbildung angehender Lehrkräfte. Damit solle das Land eine Grundlage schaffen, um Lehrkräfte im Umgang mit Antisemitismus, Diskriminierung und demokratiefeindlichen Einstellungen zu stärken.
Angesichts zunehmender Anfeindungen gegen demokratisches Engagement komme den Schulen laut Mitteilung eine besondere Bedeutung zu. Dort sollten junge Menschen lernen, Haltung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und die Würde jedes Menschen zu achten.







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